Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens (Roman, 2009)

Die Geschichte eines jungen Mannes mit Handicap von seinen Kinderjahren bis zu den ersten Erfolgen als Schriftsteller. Als einziges überlebendes Kind seiner Eltern, die im Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach vier Söhne verloren haben, wächst er in Köln auf. Die Mutter ist stumm geworden, und auch der Sohn lebt zunächst schweigend an ihrer Seite. Erst nach Jahren kann er sich aus der Umklammerung der Familie lösen. Dabei spielt die Stadt Rom eine wichtige Rolle.

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen (PDF-Datei).

Das Tier in Text und Ton (Lesungen und Klaviermusik)

Texte mit Tieren
Einige aus dem Kreis des Literaturklubs brachten literarische Texte mit allerlei Figuren aus der Tierwelt zu Gehör.

Michael Kuhn saß am Flügel und verlieh dem Abend musikalischen Tiefgang.

Hier gibt es das Refererat „Plagegeister in Sindelfingen“ von Renate Alber-Bussas zum Herunterladen (PDF, 16 Seiten).

Ales Erinnerung an den ersten Literaturklub-Abend nach dem Lockdown gibt es hier einen Live-Mitschnitt (MP3, Länge 1 h 38 min, 105 MB) zum Anhören oder Herunterladen.

Wilhelm Hauff: Jud Süß (Novelle, 1827)

„Jud Süß“: So nannte man Joseph Süß Oppenheimer, „Hoffaktor“ des württembergischen Herzogs Karl Alexander, den Finanzfachmann, der sich durch rigorose Maßnahmen bei seinem ausgabenfreudigen Auftraggeber beliebt und bei der Bevölkerung verhasst machte. Dass er nach dem Tod des Herzogs 1738 hingerichtet wurde, gilt heute allgemein als Justizmord.
Wilhelm Hauff, seinerzeit Erfolgsautor, heute fast nur noch durch seine Märchen bekannt, hat die Geschichte der umstrittenen Gestalt, verbunden mit einer schwäbisch-jüdischen Liebestragödie, zu einer Novelle gestaltet (1827).

1940 drehte Veit Harlan, unter lebhafter Anteilnahme von Goebbels, den berüchtigten „Großfilm über jüdische Weltgefahr“, der Hauffs Novelle als Ausgangstext benutzte und auch ihren Titel übernahm. Hat der bürgerlich-patriotische Württemberger Hauff auch den Grund für die Judenfeindlichkeit des Hetzfilms gelegt?

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen als PDF.

Rafik Schami und Uwe-M. Gutzschhahn: Der geheime Bericht über den Dichter Goethe

In neun Nächten versucht der „wohlgeborene“ Prinz Tuma seinen Sultan und Bruder im Geiste von der Qualität der Dichtung des Dichters Johann Wolfgang von Goethe zu überzeugen. Wird es ihm gelingen?

Dieses Buch mit exemplarischen Texten des deutschen Klassikers ist 1999, zum 250. Geburtstag Goethes, erstmals erschienen. Es enthält nicht nur eine Sammlung mit Auszügen aus den bekanntesten Werken des zu Recht immer noch berühmten Dichters, es ist auch eine Hommage auf ihn. Die Würdigung ist eingebettet in eine spannende und aktuelle Rahmenhandlung. Sie spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert und erzählt von gewaltsamen Auseinandersetzungen um wirtschaftliche Interessen im ölreichen Persischen Golf. Das Buch will eine Brücke schlagen zwischen deutscher und arabischer Literatur.

Hier gibt es das Skript als PDF zum Herunterladen.

Julian Barnes: Der Lärm der Zeit (Roman, 2017)

Hätte die Schwedische Akademie dieses Jahr dem Engländer Julian Barnes den Literaturnobelpreis verliehen, wäre es mit Sicherheit zu keiner Debatte darüber gekommen. Er wird seit einiger Zeit als Geheimfavorit gehandelt und gilt als Meister der Kürze und des literarischen Understatements.
Im Zentrum des Romans steht der sowjetrussische Komponist Dmitri Schostakowitsch, der bis zu seinem Tod 1975 in Ost und West umstritten war: Warum komponierte er eine Sinfonie, die den Kampf seiner Heimatstadt Leningrad gegen die deutschen Belagerer verherrlichte? Weshalb war er bereit, nach dem Zweiten Weltkrieg die sowjetische Kulturpolitik bei einer sog. Friedenskonferenz in New York zu verteidigen und den ins Exil gegangenen Strawinsky zu verunglimpfen? Wieso wurde er Mitglied der KPdSU und nicht in ein Arbeitslager gesteckt wie viele seiner künstlerisch tätigen Zeitgenossen?
In drei ausgewählten Episoden lässt uns der personale Erzähler in zugespitzter Form teilhaben an den Gewissensbissen und Grübeleien, an den widersprüchlichen Verhaltensweisen und dem insgeheim regimekritischen Gedankenstrom seiner Hauptperson: „Eine Seele konnte auf dreierlei Art zerstört werden: durch das, was andere einem Menschen antaten; durch das, was ein Mensch sich selbst antat, weil andere ihn dazu trieben; und durch das, was ein Mensch sich aus freien Stücken selbst antat“.

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen (PDF-Datei).

Sasa Stanisic: Vor dem Fest (Roman, 2014)

In der Nacht vor dem Fest in Fürstenfelde, einem Dorf in der Uckermark, schlafen fast alle. Doch einige sind wach und unterwegs: der ehemalige NVA-Oberst Schramm, der über den Sinn seines Lebens nachsinnt, die Malerin Kranz, die am See ein Nachtbild für die Auktion am nächsten Tag malt, Frau Schwermuth vom Haus der Heimat, aber auch Anna. Sie joggt ein letztes Mal durch Fürstenfelde. Neue und alte Geschichten reihen sich aneinander und fügen sich zum Roman einer langen Nacht, einem Mosaik dörflichen Lebens. Alteingesessene und Zugezogene, Verstorbene und Lebende, Handwerker, Rentner, Junge und Alte treffen aufeinander.

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen.