Margaret Atwood: Der Report der Magd (Roman, 1984)

Amerika in einer unbestimmten Zukunft: Eine fundamentalistische Sekte hat sich an die Macht geputscht und den Staat Gilead errichtet, in dem Angst, Terror und Gewalt herrschen. Frauen haben keinerlei Rechte mehr, sie sind vor allem dazu da, Kinder zu gebären. Margaret Atwoods dystopischer Roman wurde verfilmt, als Oper und als Theaterstück aufgeführt und läuft seit drei Jahren als viel beachtete Serie. 2019 erschien die Fortsetzung: „Die Zeuginnen“.

Die Ich-Erzählerin Desfred ist – wie viele junge Frauen in diesem Staat – eine sogenannte „Magd“, die für andere ein Kind gebären soll. Ihr Leben ist das einer Sklavin, einsam, trostlos und ständig in Gefahr. Wird sie irgendwann diesem Alptraum entkommen? Auf jeden Fall wird ihr Bericht ein Zeugnis sein für künftige Generationen.

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Rafik Schami und Uwe-M. Gutzschhahn: Der geheime Bericht über den Dichter Goethe

In neun Nächten versucht der „wohlgeborene“ Prinz Tuma seinen Sultan und Bruder im Geiste von der Qualität der Dichtung des Dichters Johann Wolfgang von Goethe zu überzeugen. Wird es ihm gelingen?

Dieses Buch mit exemplarischen Texten des deutschen Klassikers ist 1999, zum 250. Geburtstag Goethes, erstmals erschienen. Es enthält nicht nur eine Sammlung mit Auszügen aus den bekanntesten Werken des zu Recht immer noch berühmten Dichters, es ist auch eine Hommage auf ihn. Die Würdigung ist eingebettet in eine spannende und aktuelle Rahmenhandlung. Sie spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert und erzählt von gewaltsamen Auseinandersetzungen um wirtschaftliche Interessen im ölreichen Persischen Golf. Das Buch will eine Brücke schlagen zwischen deutscher und arabischer Literatur.

Hier gibt es das Skript als PDF zum Herunterladen.

Italo Calvino (geb. 1923): Der Baron auf den Bäumen (Roman, 1957)

Eine italienische Adelsvilla im Jahre 1767: Der zwölfjährige Sohn des Barons verlässt verärgert den Mittagstisch und steigt auf die große Eiche vor dem Haus. Und er beschließt, sein ganzes Leben auf den dicht beieinander wachsenden Bäumen Liguriens zu verbringen.
Aus dieser absurden Ausgangssituation entwickelt Calvino eine Erzählung, die sich dem Spiel der Fantasie verdankt, die aber auch das Bild einer wichtigen Epoche der europäischen Geschichte zeichnet – Voltaire und Napoleon treten in Erscheinung. Hinter dem bunten Kaleidoskop der Episoden stehen politisch-philosophische Vorstellungen des Autors Calvino, eines der bedeutendsten italienischen Schriftsteller seiner Epoche, der vom Idealismus des antifaschistischen Partisanenkampfs im Zweiten Weltkrieg geprägt war.

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Kurban Said: Ali und Nino (Roman, 1937)

Wer den Roman geschrieben hat, der 1937 unter dem Pseudonym Kurban Said in Wien erschienen ist, wird bis heute diskutiert. Warum das bereits vergessene Buch 1970 wiederentdeckt wurde und zum Welterfolg avancierte, lässt sich nicht überzeugend erklären. Und umstritten ist auch, ob es das „Meisterwerk“ ist, als das es gerühmt wurde, oder ein Trivialroman.
In der Ölstadt Baku am Kaspischen Meer stehen sich am Anfang des 20. Jahrhunderts (und bis heute) islamische Tradition und europäische Moderne gegenüber. Als sich der vornehme Aserbaidschaner Ali und die christliche Georgierin Nino ineinander verlieben, hat ihre Liebe mit den Vorbehalten der Familien und Ethnien, aber auch mit der sehr unterschiedlichen Prägung der beiden Personen selbst zu kämpfen. Ali und Nino überstehen in der bewegten Epoche um den Ersten Weltkrieg wechselhafte Schicksale; ein glückliches Ende kann es nicht geben.
Der Roman führt in bunten Bildern eine vergangene orientalische Welt vor, die Konflikte aber, die ihn bestimmen, sind heute aktueller denn je.

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Peter Härtling: Eine Frau (Roman, 1974)

Katharina kommt 1902 als jüngstes Kind des Fabrikanten Georg Wüllner und seiner jüdischen Ehefrau Susanne in Dresden zur Welt. Sie wächst in einer Villa mit großem Garten auf. Die junge Frau schwankt zwischen Anpassung und Aufmüpfigkeit. Sie heiratet den Fabrikanten Perchtmann, zieht ins mährische Brünn und bekommt vier Kinder. Dem nationalen und antisemitischen Denken ihres Mannes steht sie kritisch gegenüber und sucht lieber den Kontakt zu den Arbeitern. Der Zweite Weltkrieg zerstört die Firma, die Familie, die Heimat, das Vermögen. Katharina flieht mit der Mutter, der jüngsten Tochter und der alten Kinderfrau nach Deutschland.
In Stuttgart, wo Katharinas Flucht schließlich endet, fängt sie als Packerin an, geht eine neue Beziehung ein und bereitet den Kindern ob ihrer Eigenwilligkeit ziemlichen Ärger. Sie ist mal Bürgerliche, mal linke Aktivistin. Aber nirgendwo gehört sie „richtig“ dazu.

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Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb (Roman, 1989)

Kazuo Ishiguro, der japanischstämmige Literatur-Nobelpreisträger von 2017, hat für seinen bekanntesten Roman ein Milieu gewählt, das englischer nicht sein könnte: ein Herrenhaus mit Lord und hochprofessioneller Dienerschaft. Stevens ist ein musterhafter Butler, der seine Emotionen dem perfekten Service unterzuordnen weiß und darin seine Erfüllung findet. Aber es fallen Schatten auf dieses Ideal: In den 30er Jahren bringt ihn seine Loyalität in den Dunstkreis des Anglofaschismus, nach dem Weltkrieg gerät sein Berufsstand durch die gesellschaftlichen Veränderungen in eine schwere Krise, und schließlich muss er sich fragen, ob er nicht die Liebe seines Lebens dem rigorosen Berufsethos zum Opfer gebracht hat. Vor ihm steht der Lebensabend, das, „was vom Tage übrig blieb“ – wird er eine Wende bringen?

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Eginald Schlattner: Der geköpfte Hahn (Roman, 1998)

Eine Kleinstadt in Siebenbürgen 1944: Das jahrhundertelange friedliche Zusammenleben der deutschen „Sachsen“ mit den anderen Bevölkerungsgruppen wird durch den Einfluss von Nazi-Deutschland immer problematischer. Am 23. August aber wechselt Rumänien vom verbündeten Deutschland zur Sowjetunion und leitet so das Ende der deutschen Siedlungsgeschichte in Siebenbürgen ein. Vor diesem Hintergrund sucht ein 16jähriger seinen Weg zwischen Hitler-Begeisterung und christlichem Glauben, erlebt Freundschaft, Verrat und Liebe.
Schlattner, geb. 1933, schuf in seinem Romandebüt ein buntes, lebensvolles Panorama seiner Heimat. Er wirkt noch heute als „letzter Pfarrer von Rothberg“ (bei Hermannstadt/Sibiu).

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