Natascha Wodin (geb. 1945): Sie kam aus Mariupol (Roman, 2017)

Als Kind von Zwangsarbeitern 1945 in Deutschland geboren, in einer Siedlung für Heimatlose und Gestrandete aufgewachsen, als „Russenkind“ verspottet und isoliert – die Ich-Erzählerin hatte lange Zeit den Wunsch, ihre Herkunft zu vergessen und sich ganz an ihre deutsche Umgebung anzupassen. Erst Jahrzehnte später, in fortgeschrittenem Alter beginnt sie, über die Familie ihrer Mutter zu recherchieren – dabei kommt Erstaunliches zutage.

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Jane Gardam (geb. 1928): Ein untadeliger Mann (Roman, 2015)

Alles an Edward Feathers ist ohne Fehl und Tadel – seine Garderobe, die Manieren und sein Ruf als Anwalt mit glänzender Karriere in Hongkong. Nun ist er alt und muss mit dem Tod seiner Frau Betty fertig werden. Aber er ist eigentlich immer mit allem gut zurechtgekommen. Aber seine perfekte Haltung täuscht alle – manchmal sogar ihn selbst. Denn mit Bettys Tod hat sich etwas verändert. Feathers fängt an, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. An einem kalten englischen Wintermorgen bricht er auf, um das eigene Leben zu erkunden.

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Michael Köhlmeier (geb. 1949): Zwei Herren am Strand (Roman, 2014)

Winston Churchill und Charlie Chaplin sind zwei Giganten der Weltgeschichte. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und ihren unvereinbaren Ansichten zur Politik waren sie enge Freunde. Der eine, Chaplin, schuf als weltberühmter Komiker meisterhafte Stummfilme mit dem Tramp, aber auch die Hitler-Parodie „Der große Diktator“. Der andere, Churchill, führte mit seinem Widerstandswillen das Empire in den Krieg gegen Deutschland. Der Autor erzählt mit Komik und Ernst von diesem unglaublichen Paar und zugleich die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Was verbindet diese beiden Herren, die sich am Strand von Santa Monica zum ersten Mal begegnen? Es ist ein dunkles Geheimnis, der „schwarze Hund“, eine depressive Stimmung, die sie immer wieder packt und an Suizid denken lässt. Was hindert sie daran, diesen letzten Schritt zu vollziehen?

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Bodo Kirchhoff: Die Liebe in groben Zügen (Roman, 2012)

Seit dem Orwell-Jahr 1984 liiert, in Frankfurt-Nordhausen edel wohnend, verbringen Vila und Renz die Sommer im eigenen Haus am Gardasee. Die beiden sind durchs Fernsehen zu Geld gekommen, haben für das Medium allerdings nur Hohn und Spott übrig. Vila moderiert ein „Nachtkultureckchen“, Renz, der sich für ewig sechzig hält, schreibt „Vorabendzeugs“. Die Tochter Katrin, 26, mokiert sich über das Luxusgehabe der Eltern. Mit dem wegen Aufsässigkeit beurlaubten Lehrer Bühl, dem Geliebten Vilas, rücken der Bodensee und ein Internat ins Bild. Bühl schreibt an einem Buch über Franz von Assisi. Renz lässt sich derweil mit seiner TV-Producerin ein.

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Terézia Mora: Der einzige Mann auf dem Kontinent (Roman, 2009)

Darius ist ein typischer „Businesskasper“ mit silbernem Laptop-Koffer in der Hand und Handy am Ohr, ein Ossi, der mit der Wende eine neue Existenzweise gewonnen hat, wohlgenährter Genussmensch („essen, trinken, Internet“), vermeintliches Glückskind in der unsicheren Welt der internationalen IT-Branche.
Floras Enthusiasmus gilt eigentlich der Literatur, die sie nicht zum Beruf machen kann, und der Natur, die sie in der Großstadt vermisst; die Brutalität der von Männern dominierten Arbeitswelt und die Rohheit, die sie in ihrer Umgebung wahrnimmt, machen ihr das Leben schwer.
An dem gegensätzlichen Paar möchte Terézia Mora zeigen, „wie wir sind, wie wir leben.“ Die aus Ungarn stammende Autorin ist dieses Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet worden.

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Philip Roth: Der menschliche Makel (Roman, 2000)

Coleman Silk ist ein hochverdienter Professor der Altphilologie an einer amerikanischen Provinzuniversität. Wegen zweifelhaften Rassismus-Vorwürfen gerät er in heftigen Streit mit den Kollegen der jüngeren Generation und verlässt brüsk seinen Posten. Dem Eklat folgt ein Skandal: Silk beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit einer halb so alten Putzfrau, die nicht lesen und schreiben kann. Wenig später kommt er unter ungeklärten Umständen ums Leben – der Schriftsteller Zuckerman, der uns die Ereignisse präsentiert, glaubt an Mord. Nach der Beerdigung aber erfährt er Dinge über Silks Herkunft und Leben, die noch weit ungewöhnlicher sind als die letzte Lebensphase.

Philip Roth, der nach seinem Tod im Mai diesen Jahres als einer der größten Romanciers der Gegenwart gewürdigt wurde, reflektiert in diesem Werk über Themen, die ihn in seinem ganzen Schriftstellerleben begleitet haben: die Macht der (sehr direkt behandelten) Sexualität, die Vergänglichkeit des Menschen, die amerikanische Gesellschaft – hier in der Nach-Vietnam-Ära, im Jahr des Clinton-Lewinski-Skandals.

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Juli Zeh: Unterleuten (Roman, 2016)

Das Dorf Unterleuten ist zwar fiktiv, aber es liegt dennoch im Brandenburgischen. Auf den ersten Blick wirkt es beschaulich. Es ist arm an landschaftlichen Reizen, jedoch reich an Menschen mit interessanten Lebensgeschichten. Großstädter wollen gerne in diesem Provinznest wohnen. Wenn sie allerdings meinen, sich dort ihren Traum vom schönen Leben fernab der Metropole Berlin erfüllen zu können, so irren sie sich. Die Alteingesessenen pflegen ihre Konflikte aus der Zeit vor und nach der „Wende“ und die Neubürger bringen ihre Probleme mit.

Literaturklub 18. Juni 2018

Der Streit im Dorf eskaliert, als man die Gegend zum idealen Standort für den Bau von Windrädern erklärt. Manche würden durch sie zu Wohlstand kommen, andere hätten beträchtliche Nachteile. Neid und Missgunst greifen um sich. Alte Rechnungen werden beglichen. Es geht in dieser kleinen Welt zu wie in der großen – Unterleuten als kleines Abbild der Bundesrepublik.

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