Helga Schubert: Vom Aufstehen – Ein Leben in Geschichten (2020)

Die Autorin, Jahrgang 1940, ist eine Schriftstellerin aus dem Osten Deutschlands. In der DDR wurde sie zeitweise von der Stasi beobachtet und durfte 1980 nicht zum Bachmann-Wettbewerb ausreisen. Nach der Wende, die sie als eine große Befreiung erlebte, konnte sie dann endlich an diesem Wettbewerb teilnehmen. 2020 erhielt sie für „Vom Aufstehen“ den Bachmann-Preis, als älteste Preisträgerin, die es je gab.
Man könnte es einen „Bilderbogen ihres Lebens“ nennen, was sie uns in den 29 Geschichten dieses Buches präsentiert. Helga Schubert hat viel erlebt, doch ihr Blick geht über das eigene Erleben hinaus. Im Privaten spiegelt sich bei ihr immer das Politische. So wird ihr sehr persönliches Buch auch zu einer Erzählung über 80 Jahre deutscher Geschichte.

Martin Mosebach: Mogador (Roman 2016)

In der marokkanischen Hafenstadt Essaouira, hier mit dem alten Namen Mogador genannt, wo das traditionelle maghrebinische Milieu und die Smartphone-Moderne in einem unverlässlichen staatlichen Rahmen koexistieren, treffen zwei höchst verschiedene Personen zusammen: der junge deutsche Banker Patrick Elff, der aus Angst vor Strafverfolgung hier Zuflucht bei einem vermeintlichen Patron sucht, und die Selfmade-Geschäftsfrau und Puffmutter Khadija, die ganz der alten Welt der Dschunat-Geister und Wahrsager verhaftet ist. So unterschiedlich die Hauptcharaktere, so verschiedenartig der überraschende Ausgang.