Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen

Jenny Erpenbeck (geb. 1967)
Gehen, ging, gegangen

Roman, 2015

Eine Gruppe von Flüchtlingen aus Afrika lässt sich auf dem Berliner Oranienplatz nieder und bringt die Gesellschaft durcheinander. Den Geflohenen zu helfen ist schwierig. Der emeritierte Literaturwissenschaftler Richard versucht es und gerät in den Dschungel der deutschen Bürokratie und in die verwirrenden Geschichten der jungen Afrikaner

Referent: Roland Häcker

Montag, 19. Dezember 2016, 19:00 Uhr

Chorherrenhaus Sindelfingen, Stiftstraße 2/1

 

Christoph Martin Wieland: Don Sylvio von Rosalva

Christoph Martin Wieland (1733 – 1813)

Don Sylvio von Rosalva

Roman, 1764

Die Geschichte handelt von einem 18-Jährigen, der erst von einer Ideologie geheilt werden musste, um leben und lieben zu können. Weil er die Märchenwelt der Feenliteratur zu ernst nahm, blieb ihm der Blick auf die Realität verstellt. Heute sind es nicht mehr die Feen, die blenden, sondern politische Scharfmacher, die bei manchen Mitmenschen einen „Faktenverlust“ auslösen…

Hier gibt es das Begleitmaterial als PDF (Autor: Roland Häcker).

 

Marcel Beyer: Flughunde

Marcel Beyer (geb. 1965)

Flughunde

Roman, 1995

Zwei Stimmen wechseln sich ab. Die eine gehört Hermann Karnau, einem eigenbrötlerischen Akustiker; er verhilft beruflich den nationalsozialistischen Propagandareden zur rechten Wirkung, privat aber ist er besessen von einem fundamentalen Interesse an der menschlichen Stimme, und er bekommt die Möglichkeit, diesem Drang in bizarren Experimenten nachzugehen. Die andere Stimme ist die von Helga Goebbels, die als Tochter des Propagandaministers eine privilegierte und zugleich belastete Kindheit erlebt. Nach gelegentlichen Kontakten treffen die beiden in den letzten Tagen des Weltkriegs in der klaustrophobischen Atmosphäre des Berliner Führerbunkers zusammen, wo das Mädchen und seine Geschwister ein mysteriöses Ende finden.
Eine hochaktuelle Analyse des Verhaltens unter der Diktatur? Oder eine abgründige Horrorgeschichte? Ein literarisches Kunststück, das beides zugleich sein will? Mit diesem Roman gelang Marcel Beyer, dem Büchner-Preisträger von 2016, im Jahre 1995 der internationale Durchbruch.

Hier gibt es das Begleitmaterial als PDF zum Herunterladen.

 

Michel Houellebecq: Unterwerfung

Michel Houellebecq (geb. 1956)

Unterwerfung

Roman, 2015

Was wäre, wenn sich bei der Wahl zum französischen Staatspräsidenten der Kandidat der Muslimbrüder durchsetzen würde? Davon erzählt dieser „utopische Roman“, der 2015 erschienen ist, zeitgleich zum Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Die Hauptperson des Romans ist der Literaturwissenschaftler François. Er forscht über den dekadenten Schriftsteller Huysmans, führt ein etwas oberflächliches Leben mit wechselnden Beziehungen und braucht einige Zeit, bis er merkt, dass sich die französische Gesellschaft verändert. Soll er sich auch verändern?

Hier das Begleitmaterial als PDF zum Herunterladen.

Hinweis:
Passagen in der Schrift Arial sind von Roland Häcker, die Teile mit der Schrift Times und dem Balken am linken Rand hat Brigitte Dobler-Coyle verfasst.

Günther Grass: Katz und Maus

Günter Grass

Katz und Maus

Novelle (1961)

Die „Danziger Trilogie“, durch die Grass berühmt wurde, ist bis heute der bekannteste Teil seines Werks. Seinerzeit mischte sich in den Beifall besonders bei „Katz und Maus“ empörter Protest von Moralbesorgten und Ritterkreuzträgern. Heute gilt die Novelle von dem Außenseiter Mahlke, den die Auffälligkeit seines Adamsapfels zu ungeahnten Kompensationsleistungen treibt, als Meisterwerk – als Musterbeispiel für die „munterschwarzen Fabeln“, die Grass laut Jury 1999 den Nobelpreis einbrachten.

Hier das Begleitmaterial zum Herunterladen als PDF.

 

Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe

Judith Schalansky

Der Hals der Giraffe

Bildungsroman (2013)

Eine vorpommersche Kleinstadt in einer Region, die zu den Wende-Verlierern zählt. Ein Gymnasium, dem wegen Schülermangels die Schließung bevorsteht. Eine alternde Lehrerin, die sich unter einem Schulleiter aus dem Westen, neben Altkommunisten und Schülerversteherinnen isoliert fühlt. Aber unbeirrt unterrichtet sie ihre Fächer Biologie und Sport; Disziplin ist selbstverständlich, Entgegenkommen unnütz. „Was sie sagte, wurde gemacht.“ …

Die junge Autorin (geb. 1980 in Greifswald) lässt uns den Bewusstseinsstrom der Protagonistin mitverfolgen, ihre Selbsttäuschungen durchschauen und schließlich ihre Krise miterleben: Sie versteht ihr eigenes Handeln nicht mehr, Verdrängtes aus der Vergangenheit tritt wieder zutage und bringt sie zum Abfall von ihrem Abgott Darwin.

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen als PDF.

Petros Markaris: Griechenland im Kriminalroman

In der Reihe Literatur des 21. Jahrhunderts

Petros Markaris

Griechenland im Kriminalroman

Zu den ungelösten Problemen Europas gehört auch die Griechenland-Krise. Die Politik versucht ihr mit viel Geld zu Leibe zu rücken. Bis jetzt ohne größeren Erfolg. Denn die Gründe der griechischen Tragödie sind vielschichtig; sie haben auch mit der Geschichte des Landes zu tun. Der Literaturklub beschäftigt sich mit einem Autor, der in seinen Kriminalromanen mit dem kleinbürgerlich-biederen Kommissar Kostas Charitos die Situation Griechenlands eindrücklich beschreibt. Das Referat beginnt mit biografischen Hinweisen zum Autor und einem Blick auf die griechische Geschichte. Danach wird anhand ausgewählter Zitate ein Bild der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Lage des Landes gezeichnet.

Hier das Begleitmaterial zum Herunterladen als PDF.