Michel Houellebecq: Unterwerfung

Michel Houellebecq (geb. 1956)
Unterwerfung

Roman, 2015

Was wäre, wenn sich bei der Wahl zum französischen Staatspräsidenten der Kandidat der Muslime durchsetzen würde? Der Autor erzählt in diesem „utopischen Roman“, wie es dazu kommen könnte und welche Folgen sich ergäben. Das Erscheinen von „Unterwerfung“ fiel 2015 mit dem Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo zusammen.

Referenten: Roland Häcker und Brigitte Dobler-Coyle

Montag, 19. September 2016, 19:00 Uhr

Chorherrenhaus Sindelfingen, Stiftstraße 2/1

 

Günther Grass: Katz und Maus

In der Reihe Literatur des 21. Jahrhunderts

Günter Grass

Katz und Maus

Novelle (1961)

Die „Danziger Trilogie“, durch die Grass berühmt wurde, ist bis heute der bekannteste Teil seines Werks. Seinerzeit mischte sich in den Beifall besonders bei „Katz und Maus“ empörter Protest von Moralbesorgten und Ritterkreuzträgern. Heute gilt die Novelle von dem Außenseiter Mahlke, den die Auffälligkeit seines Adamsapfels zu ungeahnten Kompensationsleistungen treibt, als Meisterwerk – als Musterbeispiel für die „munterschwarzen Fabeln“, die Grass laut Jury 1999 den Nobelpreis einbrachten.

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Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe

Judith Schalansky
Der Hals der Giraffe

Bildungsroman (2013)

Eine vorpommersche Kleinstadt in einer Region, die zu den Wende-Verlierern zählt. Ein Gymnasium, dem wegen Schülermangels die Schließung bevorsteht. Eine alternde Lehrerin, die sich unter einem Schulleiter aus dem Westen, neben Altkommunisten und Schülerversteherinnen isoliert fühlt. Aber unbeirrt unterrichtet sie ihre Fächer Biologie und Sport; Disziplin ist selbstverständlich, Entgegenkommen unnütz. „Was sie sagte, wurde gemacht.“ …

Die junge Autorin (geb. 1980 in Greifswald) lässt uns den Bewusstseinsstrom der Protagonistin mitverfolgen, ihre Selbsttäuschungen durchschauen und schließlich ihre Krise miterleben: Sie versteht ihr eigenes Handeln nicht mehr, Verdrängtes aus der Vergangenheit tritt wieder zutage und bringt sie zum Abfall von ihrem Abgott Darwin.

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Petros Markaris: Griechenland im Kriminalroman

In der Reihe Literatur des 21. Jahrhunderts

Petros Markaris

Griechenland im Kriminalroman

Zu den ungelösten Problemen Europas gehört auch die Griechenland-Krise. Die Politik versucht ihr mit viel Geld zu Leibe zu rücken. Bis jetzt ohne größeren Erfolg. Denn die Gründe der griechischen Tragödie sind vielschichtig; sie haben auch mit der Geschichte des Landes zu tun. Der Literaturklub beschäftigt sich mit einem Autor, der in seinen Kriminalromanen mit dem kleinbürgerlich-biederen Kommissar Kostas Charitos die Situation Griechenlands eindrücklich beschreibt. Das Referat beginnt mit biografischen Hinweisen zum Autor und einem Blick auf die griechische Geschichte. Danach wird anhand ausgewählter Zitate ein Bild der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Lage des Landes gezeichnet.

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Orhan Pamuk: Schnee (Roman 2002)

In der Reihe Literatur des 21. Jahrhunderts

Orhan Pamuk

Schnee

Roman, 2002

Ein türkischer Dichter kommt aus seinem deutschen Exil wieder einmal in sein Heimatland und gelangt bei heftigem Schneetreiben in eine ostanatolische Stadt, die alsbald von der Außenwelt abgeschlossen ist. Da entlädt sich die Spannung zwischen dem noch regierenden säkularen Kemalismus und dem an die Macht drängenden europafeindlichen Islamismus in einem bizarren Putsch. Der Dichter aber, zwischen den Fronten lavierend, gewinnt und verliert seine große Liebe und das mit Bangen erhoffte Glück.
Der Roman von 2002, der letzte vor Pamuks Nobelpreis 2006, hat nicht nur eine politisch-gesellschaftliche Dimension, die „erschreckend aktuell“ ist (so der Autor 2015), sondern ist auch eine Studie über Literatur: Ein Lyriker mit Schreibblockade empfängt ohne eigenes Zutun vollkommene Gedichte, ein Romancier taucht im eigenen Werk auf und findet dessen Hauptfigur authentischer als sich selbst, ein Theatermacher erreicht sein Ziel, Wirklichkeit und Theater völlig zu verschmelzen …

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John Williams: Stoner (Roman 1967)

In der Reihe Literatur des 21. Jahrhunderts

John Williams

Stoner

Roman, 1967

Ein junger Mann, den seine Eltern eigentlich zum Landwirt bestimmt haben, entdeckt die Liebe zur Literatur und wird Dozent an der Universität von Columbia. Die Freude an den Texten wird getrübt durch eine unglückliche Ehe und bösen Streit an der Hochschule. Immerhin ist ihm dann doch noch ein Hauch von Lebensglück beschieden. Dafür muss er allerdings Opfer bringen.
Der lange vergessene Roman wurde vor wenigen Jahren wiederentdeckt, neu veröffentlicht und prompt weltweit ein großer Erfolg, auch in Deutschland. Das liegt vor allem daran, wie der Autor diese Geschichte eines geradlinigen und vom Leben gebeutelten Menschen erzählt.

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Rainald Goetz: Johann Holtrop

Bekannt wurde er als blutrünstiger Bürgerschreck und Star der Popliteratur. Jetzt, mit 61, haben sie versucht, ihn zum Klassiker zu machen: Dr. Dr. Rainald Goetz hat am 31. Oktober den Büchner-Preis für 2015 erhalten. Sein Roman „Johann Holtrop“ von 2012 (ja, diesmal tatsächlich ein Roman) führt vor, wie ein deutscher Top-Manager Top-Karriere macht und wie er abstürzt, am Schluss letal. Zugleich gibt (bzw. vollzieht) das Werk einen „Abriss der Gesellschaft“. Der Kapitalismus leuchtet in den Krisen- und Aufschwungjahren am Anfang des Jahrtausends „hell und wild wie noch nie“ – und verglüht. Kanzler Schröder spielt unter seinem Klarnamen mit, viele andere Prominente vermummt. Und Goetz selbst – schafft er es diesmal wirklich, das eigene Subjekt außen vor zu lassen? Das Motto des Buchs heißt „Wütend schritt ich voran“. Teile des Texts könnten sich in der Tat kaum wütender anhören. Aber Vorsicht: Wer ihn nur als hingeworfenes Pamphlet sieht, greift zu kurz.

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