Marcel Beyer: Flughunde

Marcel Beyer (geb. 1965)
Flughunde

Roman, 1995

Der Weltkrieg und sein Ende aus bizarrer Perspektive: Karnau, Wachmann am Führerbunker, sammelt Geräusche, auch solche aus dem Innern von Körpern; sein Kontakt mit Goebbels kleiner Tochter endet mit deren Tötung durch ihre Eltern. Und doch ein „unglaublich aktuelles Buch“, meint die FAZ. Es hat Marcel Beyer seinerzeit bekannt gemacht und trug zur Verleihung des Georg-Büchner-Preises 2016 an ihn bei.

Referent: Dr. Gerhard Vogt

Montag, 17. Oktober 2016, 19:00 Uhr

Chorherrenhaus Sindelfingen, Stiftstraße 2/1

 

Michel Houellebecq: Unterwerfung

In der Reihe Literatur des 21. Jahrhunderts

Michel Houellebecq (geb. 1956)
Unterwerfung

Roman, 2015

Was wäre, wenn sich bei der Wahl zum französischen Staatspräsidenten der Kandidat der Muslimbrüder durchsetzen würde? Davon erzählt dieser „utopische Roman“, der 2015 erschienen ist, zeitgleich zum Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Die Hauptperson des Romans ist der Literaturwissenschaftler François. Er forscht über den dekadenten Schriftsteller Huysmans, führt ein etwas oberflächliches Leben mit wechselnden Beziehungen und braucht einige Zeit, bis er merkt, dass sich die französische Gesellschaft verändert. Soll er sich auch verändern?

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Hinweis:
Passagen in der Schrift Arial sind von Roland Häcker, die Teile mit der Schrift Times und dem Balken am linken Rand hat Brigitte Dobler-Coyle verfasst.

Michel Houellebecq: Unterwerfung

Michel Houellebecq (geb. 1956)
Unterwerfung

Roman, 2015

Was wäre, wenn sich bei der Wahl zum französischen Staatspräsidenten der Kandidat der Muslime durchsetzen würde? Der Autor erzählt in diesem „utopischen Roman“, wie es dazu kommen könnte und welche Folgen sich ergäben. Das Erscheinen von „Unterwerfung“ fiel 2015 mit dem Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo zusammen.

Referenten: Roland Häcker und Brigitte Dobler-Coyle

Montag, 19. September 2016, 19:00 Uhr

Chorherrenhaus Sindelfingen, Stiftstraße 2/1

 

Günther Grass: Katz und Maus

In der Reihe Literatur des 21. Jahrhunderts

Günter Grass

Katz und Maus

Novelle (1961)

Die „Danziger Trilogie“, durch die Grass berühmt wurde, ist bis heute der bekannteste Teil seines Werks. Seinerzeit mischte sich in den Beifall besonders bei „Katz und Maus“ empörter Protest von Moralbesorgten und Ritterkreuzträgern. Heute gilt die Novelle von dem Außenseiter Mahlke, den die Auffälligkeit seines Adamsapfels zu ungeahnten Kompensationsleistungen treibt, als Meisterwerk – als Musterbeispiel für die „munterschwarzen Fabeln“, die Grass laut Jury 1999 den Nobelpreis einbrachten.

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Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe

Judith Schalansky
Der Hals der Giraffe

Bildungsroman (2013)

Eine vorpommersche Kleinstadt in einer Region, die zu den Wende-Verlierern zählt. Ein Gymnasium, dem wegen Schülermangels die Schließung bevorsteht. Eine alternde Lehrerin, die sich unter einem Schulleiter aus dem Westen, neben Altkommunisten und Schülerversteherinnen isoliert fühlt. Aber unbeirrt unterrichtet sie ihre Fächer Biologie und Sport; Disziplin ist selbstverständlich, Entgegenkommen unnütz. „Was sie sagte, wurde gemacht.“ …

Die junge Autorin (geb. 1980 in Greifswald) lässt uns den Bewusstseinsstrom der Protagonistin mitverfolgen, ihre Selbsttäuschungen durchschauen und schließlich ihre Krise miterleben: Sie versteht ihr eigenes Handeln nicht mehr, Verdrängtes aus der Vergangenheit tritt wieder zutage und bringt sie zum Abfall von ihrem Abgott Darwin.

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Petros Markaris: Griechenland im Kriminalroman

In der Reihe Literatur des 21. Jahrhunderts

Petros Markaris

Griechenland im Kriminalroman

Zu den ungelösten Problemen Europas gehört auch die Griechenland-Krise. Die Politik versucht ihr mit viel Geld zu Leibe zu rücken. Bis jetzt ohne größeren Erfolg. Denn die Gründe der griechischen Tragödie sind vielschichtig; sie haben auch mit der Geschichte des Landes zu tun. Der Literaturklub beschäftigt sich mit einem Autor, der in seinen Kriminalromanen mit dem kleinbürgerlich-biederen Kommissar Kostas Charitos die Situation Griechenlands eindrücklich beschreibt. Das Referat beginnt mit biografischen Hinweisen zum Autor und einem Blick auf die griechische Geschichte. Danach wird anhand ausgewählter Zitate ein Bild der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Lage des Landes gezeichnet.

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Orhan Pamuk: Schnee (Roman 2002)

In der Reihe Literatur des 21. Jahrhunderts

Orhan Pamuk

Schnee

Roman, 2002

Ein türkischer Dichter kommt aus seinem deutschen Exil wieder einmal in sein Heimatland und gelangt bei heftigem Schneetreiben in eine ostanatolische Stadt, die alsbald von der Außenwelt abgeschlossen ist. Da entlädt sich die Spannung zwischen dem noch regierenden säkularen Kemalismus und dem an die Macht drängenden europafeindlichen Islamismus in einem bizarren Putsch. Der Dichter aber, zwischen den Fronten lavierend, gewinnt und verliert seine große Liebe und das mit Bangen erhoffte Glück.
Der Roman von 2002, der letzte vor Pamuks Nobelpreis 2006, hat nicht nur eine politisch-gesellschaftliche Dimension, die „erschreckend aktuell“ ist (so der Autor 2015), sondern ist auch eine Studie über Literatur: Ein Lyriker mit Schreibblockade empfängt ohne eigenes Zutun vollkommene Gedichte, ein Romancier taucht im eigenen Werk auf und findet dessen Hauptfigur authentischer als sich selbst, ein Theatermacher erreicht sein Ziel, Wirklichkeit und Theater völlig zu verschmelzen …

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