Jane Gardam (geb. 1928): Ein untadeliger Mann (Roman, 2015)

Alles an Edward Feathers ist ohne Fehl und Tadel – seine Garderobe, die Manieren und sein Ruf als Anwalt mit glänzender Karriere in Hongkong. Nun ist er alt und muss mit dem Tod seiner Frau Betty fertig werden. Aber er ist eigentlich immer mit allem gut zurechtgekommen. Aber seine perfekte Haltung täuscht alle – manchmal sogar ihn selbst. Denn mit Bettys Tod hat sich etwas verändert. Feathers fängt an, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. An einem kalten englischen Wintermorgen bricht er auf, um das eigene Leben zu erkunden.

Montag 20. Mai, 19.00 Uhr
Chorherrenhaus Sindelfingen (Stiftstraße 2/1, Eingang auf der Rückseite)

Referenten: Brigitte Dobler-Coyle und Roland Häcker

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E.T.A. Hoffmann (1776-1822): Der goldne Topf (Novelle, 1814)

E.T.A. Hoffmann (1776 – 1822) war belobigter Jurist, gemaßregelter Karikaturist, Kapellmeister, Alkoholiker und vieles andere; erst spät trat er als Schriftsteller hervor, von Goethe als „krank“ abgelehnt, hochgeschätzt von Heine (und anderen: Balzac, Uwe Tellkamp …); er komponierte Opern und wurde selbst Held einer Oper („Hoffmanns Erzählungen“ von Offenbach) – ein Mann, beinahe so bizarr wie die Gestalten seiner Werke.
Das Werk, mit dem er seinen Durchbruch erzielte und das sein größter Erfolg blieb, ist „Der goldne Topf. Ein Märchen aus der neuen Zeit“.

Der arme Student Anselmus, der gerne einmal Hofrat würde, begegnet mitten in Dresden einer boshaften Marktfrau, die eigentlich eine Zauberin, und einer goldgrünen Schlange, die eigentlich ein bezauberndes Mädchen ist. Er findet sich in eine Kristallflasche eingeschlossen, kommt wieder frei, wird aber kein Hofrat, sondern – ja, was eigentlich, fragt sich der Leser, der sich zwischen handfester Realität, Traum, Rausch und Fantasie zu orientieren versucht.

Ein raffiniert erzähltes Stück Literatur, das uns einlädt, selbst das beglückende „Leben in der Poesie“ zu wagen.

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen als PDF.

Michael Köhlmeier (geb. 1949): Zwei Herren am Strand (Roman, 2014)

Winston Churchill und Charlie Chaplin sind zwei Giganten der Weltgeschichte. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und ihren unvereinbaren Ansichten zur Politik waren sie enge Freunde. Der eine, Chaplin, schuf als weltberühmter Komiker meisterhafte Stummfilme mit dem Tramp, aber auch die Hitler-Parodie „Der große Diktator“. Der andere, Churchill, führte mit seinem Widerstandswillen das Empire in den Krieg gegen Deutschland. Der Autor erzählt mit Komik und Ernst von diesem unglaublichen Paar und zugleich die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Was verbindet diese beiden Herren, die sich am Strand von Santa Monica zum ersten Mal begegnen? Es ist ein dunkles Geheimnis, der „schwarze Hund“, eine depressive Stimmung, die sie immer wieder packt und an Suizid denken lässt. Was hindert sie daran, diesen letzten Schritt zu vollziehen?

Hier gibt es das Begleitmaterial als PDF zum Herunterladen.

Michael Köhlmeier (geb. 1949): Zwei Herren am Strand (Roman, 2014)

Winston Churchill und Charlie Chaplin sind zwei Giganten der Weltgeschichte. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und ihren unvereinbaren Ansichten zur Politik waren sie enge Freunde. Der eine, Chaplin, schuf als weltberühmter Komiker meisterhafte Stummfilme mit dem Tramp, aber auch die Hitler-Parodie „Der große Diktator“. Der andere, Churchill, führte mit seinem Widerstandswillen das Empire in den Krieg gegen Deutschland. Der Autor erzählt mit Komik und Ernst von diesem unglaublichen Paar und zugleich die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Was verbindet diese beiden Herren, die sich am Strand von Santa Monica zum ersten Mal begegnen? Es ist ein dunkles Geheimnis, der „schwarze Hund“, eine depressive Stimmung, die sie immer wieder packt und an Suizid denken lässt. Was hindert sie daran, diesen letzten Schritt zu vollziehen?

Montag 18. März, 19.00 Uhr
Chorherrenhaus Sindelfingen (Stiftstraße 2/1, Eingang auf der Rückseite)

Referent: Roland Häcker

Kurban Said: Ali und Nino (Roman, 1937)

Wer den Roman geschrieben hat, der 1937 unter dem Pseudonym Kurban Said in Wien erschienen ist, wird bis heute diskutiert. Warum das bereits vergessene Buch 1970 wiederentdeckt wurde und zum Welterfolg avancierte, lässt sich nicht überzeugend erklären. Und umstritten ist auch, ob es das „Meisterwerk“ ist, als das es gerühmt wurde, oder ein Trivialroman.
In der Ölstadt Baku am Kaspischen Meer stehen sich am Anfang des 20. Jahrhunderts (und bis heute) islamische Tradition und europäische Moderne gegenüber. Als sich der vornehme Aserbaidschaner Ali und die christliche Georgierin Nino ineinander verlieben, hat ihre Liebe mit den Vorbehalten der Familien und Ethnien, aber auch mit der sehr unterschiedlichen Prägung der beiden Personen selbst zu kämpfen. Ali und Nino überstehen in der bewegten Epoche um den Ersten Weltkrieg wechselhafte Schicksale; ein glückliches Ende kann es nicht geben.
Der Roman führt in bunten Bildern eine vergangene orientalische Welt vor, die Konflikte aber, die ihn bestimmen, sind heute aktueller denn je.

Hier gibt es das Begleitmaterial als PDF zum Download.

Bodo Kirchhoff: Die Liebe in groben Zügen (Roman, 2012)

Seit dem Orwell-Jahr 1984 liiert, in Frankfurt-Nordhausen edel wohnend, verbringen Vila und Renz die Sommer im eigenen Haus am Gardasee. Die beiden sind durchs Fernsehen zu Geld gekommen, haben für das Medium allerdings nur Hohn und Spott übrig. Vila moderiert ein „Nachtkultureckchen“, Renz, der sich für ewig sechzig hält, schreibt „Vorabendzeugs“. Die Tochter Katrin, 26, mokiert sich über das Luxusgehabe der Eltern. Mit dem wegen Aufsässigkeit beurlaubten Lehrer Bühl, dem Geliebten Vilas, rücken der Bodensee und ein Internat ins Bild. Bühl schreibt an einem Buch über Franz von Assisi. Renz lässt sich derweil mit seiner TV-Producerin ein.

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Terézia Mora: Der einzige Mann auf dem Kontinent (Roman, 2009)

Darius ist ein typischer „Businesskasper“ mit silbernem Laptop-Koffer in der Hand und Handy am Ohr, ein Ossi, der mit der Wende eine neue Existenzweise gewonnen hat, wohlgenährter Genussmensch („essen, trinken, Internet“), vermeintliches Glückskind in der unsicheren Welt der internationalen IT-Branche.
Floras Enthusiasmus gilt eigentlich der Literatur, die sie nicht zum Beruf machen kann, und der Natur, die sie in der Großstadt vermisst; die Brutalität der von Männern dominierten Arbeitswelt und die Rohheit, die sie in ihrer Umgebung wahrnimmt, machen ihr das Leben schwer.
An dem gegensätzlichen Paar möchte Terézia Mora zeigen, „wie wir sind, wie wir leben.“ Die aus Ungarn stammende Autorin ist dieses Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet worden.

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