Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Roman, 2015)

Der Mann ist heute ein erfolgreicher Schauspieler in Wien und Hamburg. Doch sein Erfolg hat eine bewegte Vorgeschichte mit Schicksalsschlägen, heftigen Selbstzweifeln und grandiosen Misserfolgen. Aber er hat die Gabe, auch von den schwierigen Phasen seines Lebens heiteren Sinnes zu erzählen. In diesem 2015 erschienenen dritten Band seiner romanhaften Autobiografie „Alle Toten fliegen hoch“ erzählt der Schauspieler Joachim Meyerhoff mit dem ihm eigenen Humor und viel Selbstironie von seiner Ausbildung an der Schauspielschule in München und den skurrilen Großeltern, bei denen er in dieser Zeit gewohnt hat.

Hier gibt es das Begleitmaterial als PDF zum Herunterladen

Advertisements

Sofja Tolstaja: Eine Frage der Schuld (Roman, 1893)

Es ist nie einfach, die Frau eines bedeutenden Mannes zu sein. Die Frau des russischen Schriftstellers Lew Tolstoj hatte es besonders schwer. Als ihr Mann in der Novelle „Die Kreutzersonate“ heftige Vorwürfe gegen „die Frauen“ – und damit vor allem gegen sie – erhebt, schreibt sie als empörte „Antwort“ den Roman „Eine Frage der Schuld“.
Die Hauptperson ist Anna. Sie heiratet mit 18 Jahren einen älteren Fürsten, trotz dessen bewegtem Vorleben. Bereit, eine liebende Ehefrau zu sein, und voll guten Willens gibt sie sich in seine Hände. Aber sie kann seinen Anforderungen nicht genügen. Die hemmungslose Eifersucht, seine Besitzansprüche und die Gleichgültigkeit des Gatten gegenüber ihren Wünschen zerstören die Liebe. Das Ganze nimmt ein schlimmes Ende.

Hier gibt es das Begleitmaterial als PDF zum Herunterladen.

Joseph Conrad: Herz der Finsternis (Roman, 1899)

Joseph Conrad ist ein interessanter Autor: Als gebürtiger Pole, der erst mit über 20 Jahren Englisch lernte, wurde er zum „verwöhnten Adoptivkind Großbritanniens“, als Seemann, der jahrzehntelang exotische Weltgegenden befuhr, zum gefeierten Romancier. „Herz der Finsternis“ („Heart of Darkness“) ist vielleicht sein bekanntestes Werk, auf jeden Fall das am meisten diskutierte: Kapitän Marlow, ein skeptischer Außenseiter, fährt mit seinem Raddampfer den Kongo hinauf ins Innere des schweigenden Dschungels, trifft auf Wilde, also Menschen, die von der europäischen Zivilisation unberührt sind, und auf die Schreckensherrschaft des Elfenbeinhändlers Kurtz. Die Fahrt wird zur Reise in Abgründe der menschlichen Seele. Worauf gründen sich die Urteile des Erzählers Marlow? Was bedeutet der Ausruf „Das Grauen!“, die letzte Äußerung des hochkultivierten und zugleich grässlichen Mr. Kurtz? Und: Ist das Buch bei aller Kritik am Kolonialismus letztlich rassistisch?

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen als PDF.

Sandra Hoffmann: Paula (Roman, 2017)

Ob Paula eine glückliche Frau war, ehe ihr Bräutigam im Krieg starb? Jedenfalls beginnt sie irgendwann aus Angst und Scham zu schweigen. Nie gibt sie preis, von welchem Mann das Kind stammt, das sie alleine großzieht. Aber dann wird der Schutzraum des Schweigens allmählich zum Gefängnis, in dem Liebe und Empathie verkümmern. Ihre Tochter und ihre Enkelin werden nie erfahren, wer ihr Vater, wer ihr Großvater war.

Sandra Hoffmann im Chorherrenhaus
Foto: Kreiszeitung Böblinger Bote/Thomas Bischof

Die Enkelin ist die Ich-Erzählerin dieser Geschichte. Sie leidet unter dem Schweigen der Vorfahren. Wir dürfen in ihr die Autorin sehen, die sich schreibend von diesem Schweige-Druck befreien will. Aus Anlass der Literaturtage Böblingen Sindelfingen kam Sandra Hoffmann in den Sindelfinger Literaturklub und stellte ihren neuen Roman „Paula“ selbst vor.

Foto: Kreiszeitung Böblinger Bote/Thomas Bischof

Das Begleitmaterial gibt es hier als PDF zum Herunterladen.

Eginald Schlattner: Der geköpfte Hahn (Roman, 1998)

Eine Kleinstadt in Siebenbürgen 1944: Das jahrhundertelange friedliche Zusammenleben der deutschen „Sachsen“ mit den anderen Bevölkerungsgruppen wird durch den Einfluss von Nazi-Deutschland immer problematischer. Am 23. August aber wechselt Rumänien vom verbündeten Deutschland zur Sowjetunion und leitet so das Ende der deutschen Siedlungsgeschichte in Siebenbürgen ein. Vor diesem Hintergrund sucht ein 16jähriger seinen Weg zwischen Hitler-Begeisterung und christlichem Glauben, erlebt Freundschaft, Verrat und Liebe.
Schlattner, geb. 1933, schuf in seinem Romandebüt ein buntes, lebensvolles Panorama seiner Heimat. Er wirkt noch heute als „letzter Pfarrer von Rothberg“ (bei Hermannstadt/Sibiu).

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen als PDF.

George Orwell: 1984 (Roman, 1949)

Diese Vision eines totalitären Überwachungsstaats spielt in London. Die Stadt macht einen verwahrlosten Eindruck, die Lebensbedingungen seiner Bewohner sind katastrophal. Die Partei des Großen Bruders hat alles, auch die Privatsphäre, voll im Griff. Sie legt fest, was Wahrheit ist, sie manipuliert die Geschichte, sie hält das Volk mit ständigem Krieg an der Kandare. Trotzdem wagt es Winston Smith, sich dem Regime zu widersetzen. Das ist gefährlich, denn die Machthaber unterdrücken jede Form des Widerstands.

Der Roman ist 1949 erschienen. Viele meinen, er habe in unserem „postfaktischen Zeitalter“ neue Aktualität erhalten. Die darin beschriebenen Methoden der Unterdrückung des freien Denkens durch Manipulation der Sprache kommen uns Heutigen recht modern vor.

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen als PDF.

Giuseppe Tomasi di Lampedusa: Der Gattopardo (Roman, 1954)

In den Kämpfen um die Einigung Italiens im 19. Jahrhundert sucht der sizilianische Fürst von Salina einen Weg zwischen Offenheit für die neue Gesellschaftsordnung und skeptischer Distanzierung. Am Ende muss er erkennen: Mit ihm, dem stolzen „Gattopardo“, stirbt das Haus Salina.
Der hochadlige Autor Tomasi di Lampedusa, dessen Urgroßvater das Vorbild für Salina war, hat den Welterfolg seines einzigen Romans und die grandiose Verfilmung durch Visconti nicht mehr erlebt.

Hier das Begleitmaterial als PDF zum Herunterladen.