Literatur und Musik: Vorstellung von Romanen

Artikel in der SZ/BZ

Hier der Artikel von Bernd Heiden in der SZ/BZ (für Abonnenten). Für alle Nicht-Abonnenten hat die SZ/BZ der Veröffentlichung auf unserer Seite dankenswerterweise zugestimmt – hier gibt es daher den Artikel zum Herunterladen als PDF.
Quelle: Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung (SZ/BZ)

Neustart des Literaturklub am 20.07.2021 im Stiftshof
Foto: Bernd Heiden. Mit freundlicher Genehmigung der Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung (SZ/BZ)

Dörte Hansen: Mittagsstunde

Dörte Hansen hat in ihrem zweiten Roman die Thematik ihres Debütromans „Altes Land“ weitergesponnen. Nun geht es nicht mehr nur um die Veränderungen des dörflichen Lebens in den letzten Jahrzehnten, sondern auch um ein facettenreiches Beziehungsgeflecht zwischen Jung und Alt, dargestellt in nachdenklich machenden Stimmungsbildern, die an Theodor Storm und Emil Nolde erinnern. Musikalische Anspielungen tragen geschickt zur Verlebendigung vergangener Zeiten bei. Die Autorin, die inzwischen vom Alten Land in ihre Heimatstadt Husum gezogen ist, nimmt uns beim Lesen behutsam mit in ihre nordfriesische Welt.

Referat von  Renate Alber-Bussas und Renate Fischer zum Herunterladen.

Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos

Heldin ja, Heilige nein!
Sie habe „eine Hommage, keine Hagiographie“ verfasst, eine Huldigung, aber keine Heiligenlegende, sagt die Autorin über das Buch, für das sie den Deutschen Buchpreis 2020 erhalten hat. Sie ist fasziniert von der heute 97 Jahre alten, immer noch höchst lebendigen Anne Beaumanoir, der Kämpferin und menschenfreundlichen Helferin, die in der Résistance gegen die deutschen Besatzer und dann im algerischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Kolonialmacht Frankreich ihr Leben eingesetzt hat, und widmet ihr ein „Epos“, eine Gattung, die Männern vorbehalten schien. Sie, oder jedenfalls die im Werk präsente Erzählerin, lässt aber erkennen, dass ihre radikale Protagonistin für sie nicht eine Idealfigur ist, sondern eine Person, deren Einstellungen und Entscheidungen sie kritisch-liebevoll reflektiert.

Referat von Dr. Gerhard Vogt zum Herunterladen.

Benedict Wells: Hard Land

„Es ist ein hartes Land, und es wird dir alles abverlangen“, heißt es in dem Versepos „Hard Land“ des Dichters William J. Morris, der in der Kleinstadt Gradys, Missouri, gelebt hat. Es gibt den Dichter, besagtes Epos und die kriselnde Stadt Gradys – allerdings nur in Benedict Wells‘ Roman. Darin erzählt er von dem schüchternen, etwas ängstlichen 15-jährigen Sam, der in den Sommerferien 1985 „Hartes“ durchmachen muss, aber auch Schönes erlebt. Schlimm in diesem Sommer ist der Tod seiner geliebten Mutter, die an Krebs erkrankt war. Das Schöne ist die Freundschaft mit Cameron, Hightower und Kirstie, die zwei Jahre älter sind als Sam und demnächst studieren werden.

Referat von Roland Häcker zum Herunterladen.

Lukas Bärfuss: Hagard (Roman, 2017)

Der Georg-Büchner-Preisträger von 2019 war nach der Schule Arbeiter und zeitweilig Obdachloser, aber er ist kein proletarischer Wildling: „Hohe Stilsicherheit“ bescheinigte ihm die Jury, und Provokation und Polemik sind nicht generell sein Ziel. „Hagard“ handelt von der plötzlichen Obsession eines fest in die Smartphone-Gesellschaft integrierten Immobilienmaklers, die ihn dazu bringt, einer unbekannten Frau nachzujagen, und ihn in nur zwei Tagen aus allen Sicherheiten heraus in die Katastrophe führt.

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen (PDF, 16 Seiten).

Referent: Dr. Gerhard Vogt