Robert Seethaler: Der Trafikant

Wenn ein verträumter Junge vom Attersee 1937 nach Wien kommt, dort Lehrling in einer Trafik wird, zu deren Kunden Sigmund Freud gehört, wenn der Junge, der Franz Huchel heißt, sich vom großen Psychoanalytiker Heilung in seinen Liebesnöten verspricht und wenn auch noch die politischen Ereignisse zerstörerisch ins Spiel kommen, dann wird das eine traurig-schöne Geschichte:
Es ist eine Art Entwicklungsroman, aber auch ein Buch, das auf ganz besondere Weise die Situation in Österreich vor dem Zweiten Weltkrieg darstellt. Die fiktiven Begegnungen des jungen Franz mit dem großen Freud sind mal heiter, mal von einem tiefen Ernst.

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Theodor Fontane: Schach von Wuthenow und von Zwanzig bis Dreißig

Schach von Wuthenow.
Erzählung aus der Zeit des Regiments Gensdarmes

„Einer unserer Besten“ sei der Rittmeister Schach, meint einer seiner Offizierskameraden vom vornehmen Regiment Gensdarmes. Und doch begeht er einen verhängnisvollen Fehltritt. Zu welcher Lösung er findet und was dies persönliche Geschehen mit dem Preußen von 1806 zu tun hat, erfahren wir aus der spannenden und facettenreichen Erzählung.

Referent: Dr. Gerhard Vogt. Hier das Begleitmaterial zum Herunterladen.

Von Zwanzig bis Dreißig
(ein autobiografischer Text)

Das Meiste, was wir über Fontanes Leben wissen, steht in den zahllosen Briefen, die er geschrieben hat. Daneben gibt es noch zwei im Alter verfasste autobiografische Texte: „Meine Kinderjahre“ und „Von Zwanzig bis Dreißig“. Vom Verlobten zum Ehemann, vom Barrikadenkämpfer zum kritischen Beobachter, vom Apotheker zum Schriftsteller, vom eifrigen Besucher diverser Literaturklubs zum verehrten Autor, so beschreibt er sich hier selbst, der Verfasser des bis heute höchst erfolgreichen Romans „Effi Briest“.

Referent: Roland Häcker. Hier das Begleitmaterial zum Herunterladen.

Patrick Süskind: Das Parfüm. Die Geschichte eines Mörders (Roman, 1984)

Ein ungeliebtes, aber in Sachen Dufterkennung und -herstellung hochbegabtes Kind entwickelt sich zum Massenmörder. Warum? Und warum erfasst „den größten Parfumeur aller Zeiten“ schließlich der Ekel an der Menschheit? Dr. Gerhard Vogt lotet die Feinheiten und Tiefen von Patrick Süskinds Erfolgsroman aus.

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Ursula Krechel: Landgericht

Richard Kornitzer ist von Beruf Richter. Er lebt in Berlin, in der Nähe des Kurfürstendamms, und ist verheiratet mit der Werbefachfrau Claire. Sie haben zwei Kinder. 1933 verliert Kornitzer, weil jüdischer Herkunft, sein Amt. Als sich die Lebensumstände bedrohlich verschlechtern, werden die Kinder nach England geschickt und Kornitzer emigriert er nach Kuba. In der Nachkriegszeit kämpft er verbissen um seine Rehabilitierung und um Wiedergutmachung, mit wenig Erfolg. Auch die Familie findet nicht mehr zusammen. Ursula Krechels Roman wurde 2012 mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

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Lion Feuchtwanger: Die Jüdin von Toledo

Die junge, übermütige Jüdin Rahel dringt eines Tages in die königlichen Gärten in Toledo ein und überrascht dort das spanische Königspaar. Während die Königin von Rahels Zudringlichkeit angewidert ist, fasziniert den König die Leidenschaftlichkeit des fremden Mädchens. Mit der Zeit verfällt er mehr und mehr dem Charme der Jüdin. Die Königin sieht sich gezwungen,  mit Unterstützung des Hofstaates, Rahel zu beseitigen und damit den König zur Vernunft zu bringen.

Franz Grillparzer (1791-1872) benutzt in seiner Version der „Jüdin von Toledo“ sein Vorbild Lope de Vega, obwohl ein anderes historisches Ereignis möglicherweise stärkeren Einfluss auf den Inhalt des Dramas genommen hat. Nämlich die Affäre des bayrischen Königs Ludwig I. mit der Tänzerin Lola Montez um das Jahr 1847, das eine Revolte der Bevölkerung hervorrief.

In seinem historischen Roman „Die Jüdin von Toledo“, in Deutschland unter dem Titel „Spanische Ballade“ veröffentlicht, beschreibt Lion Feuchtwanger (1884-1958) das Schicksal des jüdischen Kaufmannes Jehuda Ibn Esra und seiner schönen Tochter Raquel im Spanien  des 12. Jahrhunderts: König Alfonso VIII. von Kastilien bekriegt die Mauren, die damals noch weite Teile der Iberischen Halbinsel beherrschen: Zwei deutschsprachige Schriftsteller beschreiben dasselbe Thema in verschiedenen Jahrhunderten.

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Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

Er hat den kleinen Leuten ein Denkmal gesetzt, hat ihr gefährdetes Leben und ihre Machtlosigkeit angesichts der politischen und gesellschaftlichen Bedrohungen beschrieben. In seinem 1947 erschienenen letzten Roman, der auf einer historisch verbürgten Begebenheit beruht, erzählt Hans Fallada die „Heldengeschichte“ eines Berliner Ehepaars in der Zeit des Nationalsozialismus.
Als der einzige Sohn der Eheleute Quangel den „Heldentod“ stirbt, treiben Trauer und Wut sie in den Widerstand gegen die NS-Herrschaft. Sie legen Karten mit kritischen Bemerkungen über das Regime an verschiedenen Stellen Berlins ab. Lange bleiben sie unentdeckt, doch schließlich werden sie gefasst und hingerichtet.

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