Anna Katharina Hahn (geb.1970): Gespräch über Literatur und Lesung: Das Kleid meiner Mutter (Roman 2016)

Die ersten beiden Romane von Anna Katharina Hahn, mit denen sie so viel Anerkennung bei Publikum und Kritik fand, spielen im bürgerlichen Milieu des heimatlichen Stuttgarter Raums. „Das Kleid meiner Mutter“ greift weiter aus, vor allem nach Madrid, wo eine junge Generation sich im Krisenjahr 2012 um ihre Lebenschancen betrogen sieht. Verknüpft mit der wirklichkeitsnahen Schilderung von prekärem Leben sind aber surreale Elemente, die in der Tradition der deutschen Romantik stehen. Schließlich macht die Figur eines geheimnisumwobenen Schriftstellers das Werk zu einer Art von Künstlerroman. Über diesen ungewöhnlichen Charakter des Buchs können wir mit der Autorin ins Gespräch kommen – und hoffentlich auch erfahren, in welche Richtung ihr literarischer Weg mit dem nächsten Werk führt, das wir bald erwarten dürfen.

Anna Katharina Hahn (2018)
Anna Katharina Hahn auf der Frankfurter Buchmesse 2018 (Foto von Heike Huslage-Koch unter Creative Common Lizenz BY-SA40)

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Lion Feuchtwanger: Die Jüdin von Toledo

Die junge, übermütige Jüdin Rahel dringt eines Tages in die königlichen Gärten in Toledo ein und überrascht dort das spanische Königspaar. Während die Königin von Rahels Zudringlichkeit angewidert ist, fasziniert den König die Leidenschaftlichkeit des fremden Mädchens. Mit der Zeit verfällt er mehr und mehr dem Charme der Jüdin. Die Königin sieht sich gezwungen,  mit Unterstützung des Hofstaates, Rahel zu beseitigen und damit den König zur Vernunft zu bringen.

Franz Grillparzer (1791-1872) benutzt in seiner Version der „Jüdin von Toledo“ sein Vorbild Lope de Vega, obwohl ein anderes historisches Ereignis möglicherweise stärkeren Einfluss auf den Inhalt des Dramas genommen hat. Nämlich die Affäre des bayrischen Königs Ludwig I. mit der Tänzerin Lola Montez um das Jahr 1847, das eine Revolte der Bevölkerung hervorrief.

In seinem historischen Roman „Die Jüdin von Toledo“, in Deutschland unter dem Titel „Spanische Ballade“ veröffentlicht, beschreibt Lion Feuchtwanger (1884-1958) das Schicksal des jüdischen Kaufmannes Jehuda Ibn Esra und seiner schönen Tochter Raquel im Spanien  des 12. Jahrhunderts: König Alfonso VIII. von Kastilien bekriegt die Mauren, die damals noch weite Teile der Iberischen Halbinsel beherrschen: Zwei deutschsprachige Schriftsteller beschreiben dasselbe Thema in verschiedenen Jahrhunderten.

Hier das Begleitmaterial zum Herunterladen als PDF.