Beethoven – Brentano – Brexit

Das Jahr 2020 geht zu Ende. Die Jubilare Hölderlin und Wolfram haben wir gewürdigt. Und Beethoven? Kann man auch dem vor 250 Jahren geborenen Komponisten ein literarisches Gedenkblatt widmen? Bei Brentano hat Dr. Vogt einen dafür geeigneten Text gefunden, ein eigentümliches Gedicht zum Preis des Tontitanen – und zugleich zum Preis Englands, das im Moment mit fast noch größerer Dringlichkeit unser wehmütiges Gedenken einfordert als der dahingegangene Sinfoniker.

Ein doppelter Anlass also, Ihnen Brentanos Poem vorzustellen (PDF, 4 Seiten) .

Autor: Dr. Gerhard Vogt

Margaret Atwood: Der Report der Magd (Roman, 1984)

Amerika in einer unbestimmten Zukunft: Eine fundamentalistische Sekte hat sich an die Macht geputscht und den Staat Gilead errichtet, in dem Angst, Terror und Gewalt herrschen. Frauen haben keinerlei Rechte mehr, sie sind vor allem dazu da, Kinder zu gebären. Margaret Atwoods dystopischer Roman wurde verfilmt, als Oper und als Theaterstück aufgeführt und läuft seit drei Jahren als viel beachtete Serie. 2019 erschien die Fortsetzung: „Die Zeuginnen“.

Die Ich-Erzählerin Desfred ist – wie viele junge Frauen in diesem Staat – eine sogenannte „Magd“, die für andere ein Kind gebären soll. Ihr Leben ist das einer Sklavin, einsam, trostlos und ständig in Gefahr. Wird sie irgendwann diesem Alptraum entkommen? Auf jeden Fall wird ihr Bericht ein Zeugnis sein für künftige Generationen.

Leider kann die Veranstaltung erneut nicht stattfinden. Hier gibt es eine aktualisierte Version des Referats zum Herunterladen (PDF, 11 Seiten).

William Butler Yeats: Down by the salley gardens

Wer war William Butler Yeats, seines Zeichens Literatur-Nobelpreisträger von 1923? Er wurde 1865 bei Dublin geboren als Spross einer protestantischen Familie. Ein untypischer Spross: Die Mitglieder der englisch-protestantischen Minderheit in Irland sahen sich üblicherweise als Engländer in einer Art barbarischem Exil, Yeats jedoch fühlte sich als Ire, als Teil der „Irishry“, fand hier seine seine kulturellen Wurzeln; irische Folklore, irische Historie, Legenden und Mythen sind eine wesentliche Voraussetzung seines Werks.

Dr. Gerhard Vogts Lesezeichen steht als PDF-Dokument (6 Seiten) zum Herunterladen bereit.

Ian McEwan: Kindeswohl (Roman, 2015)

Ian McEwan (geb. 1948), der mit seinem literarischen Schnellschuss über einen Premierminister als Kakerlake jüngst wieder auf sich aufmerksam gemacht hat, nimmt hier nicht nur Bezug auf das in Großbritannien 1989 verabschiedete ‚Kindergesetz‘, er konfrontiert uns auch mit streng religiösen Eltern unterschiedlicher Glaubensrichtungen und hinterfragt die Gefühlswelt einer Generation, deren Leben vom beruflichen Erfolg bestimmt zu sein scheint. Im Zentrum aber steht ein spannender juristischer Fall, der nicht nur die bis dahin hochgelobte Tätigkeit einer fast 60-jährigen Richterin, sondern auch ihre Ehe auf eine harte Probe stellt.

Der Termin muss leider aufgrund der Pandemie erneut entfallen. Daher gibt es nun hier das Referat zum Herunterladen (PDF, 20 Seiten)

Referentin: Renate Alber-Bussas

Lukas Bärfuss: Hagard (Roman, 2017)

Der Georg-Büchner-Preisträger von 2019 war nach der Schule Arbeiter und zeitweilig Obdachloser, aber er ist kein proletarischer Wildling: „Hohe Stilsicherheit“ bescheinigte ihm die Jury, und Provokation und Polemik sind nicht generell sein Ziel. „Hagard“ handelt von der plötzlichen Obsession eines fest in die Smartphone-Gesellschaft integrierten Immobilienmaklers, die ihn dazu bringt, einer unbekannten Frau nachzujagen, und ihn in nur zwei Tagen aus allen Sicherheiten heraus in die Katastrophe führt.

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen (PDF, 16 Seiten).

Referent: Dr. Gerhard Vogt

Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens (Roman, 2009)

Die Geschichte eines jungen Mannes mit Handicap von seinen Kinderjahren bis zu den ersten Erfolgen als Schriftsteller. Als einziges überlebendes Kind seiner Eltern, die im Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach vier Söhne verloren haben, wächst er in Köln auf. Die Mutter ist stumm geworden, und auch der Sohn lebt zunächst schweigend an ihrer Seite. Erst nach Jahren kann er sich aus der Umklammerung der Familie lösen. Dabei spielt die Stadt Rom eine wichtige Rolle.

Hier gibt es das Begleitmaterial zum Herunterladen (PDF-Datei).