John Williams: Stoner (Roman 1967)

Ein junger Mann, den seine Eltern eigentlich zum Landwirt bestimmt haben, entdeckt die Liebe zur Literatur und wird Dozent an der Universität von Columbia. Die Freude an den Texten wird getrübt durch eine unglückliche Ehe und bösen Streit an der Hochschule. Immerhin ist ihm dann doch noch ein Hauch von Lebensglück beschieden. Dafür muss er allerdings Opfer bringen.
Der lange vergessene Roman wurde vor wenigen Jahren wiederentdeckt, neu veröffentlicht und prompt weltweit ein großer Erfolg, auch in Deutschland. Das liegt vor allem daran, wie der Autor diese Geschichte eines geradlinigen und vom Leben gebeutelten Menschen erzählt.

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Rainald Goetz: Johann Holtrop

Bekannt wurde er als blutrünstiger Bürgerschreck und Star der Popliteratur. Jetzt, mit 61, haben sie versucht, ihn zum Klassiker zu machen: Dr. Dr. Rainald Goetz hat am 31. Oktober den Büchner-Preis für 2015 erhalten. Sein Roman „Johann Holtrop“ von 2012 (ja, diesmal tatsächlich ein Roman) führt vor, wie ein deutscher Top-Manager Top-Karriere macht und wie er abstürzt, am Schluss letal. Zugleich gibt (bzw. vollzieht) das Werk einen „Abriss der Gesellschaft“. Der Kapitalismus leuchtet in den Krisen- und Aufschwungjahren am Anfang des Jahrtausends „hell und wild wie noch nie“ – und verglüht. Kanzler Schröder spielt unter seinem Klarnamen mit, viele andere Prominente vermummt. Und Goetz selbst – schafft er es diesmal wirklich, das eigene Subjekt außen vor zu lassen? Das Motto des Buchs heißt „Wütend schritt ich voran“. Teile des Texts könnten sich in der Tat kaum wütender anhören. Aber Vorsicht: Wer ihn nur als hingeworfenes Pamphlet sieht, greift zu kurz.

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Robert Seethaler: Der Trafikant

Wenn ein verträumter Junge vom Attersee 1937 nach Wien kommt, dort Lehrling in einer Trafik wird, zu deren Kunden Sigmund Freud gehört, wenn der Junge, der Franz Huchel heißt, sich vom großen Psychoanalytiker Heilung in seinen Liebesnöten verspricht und wenn auch noch die politischen Ereignisse zerstörerisch ins Spiel kommen, dann wird das eine traurig-schöne Geschichte:
Es ist eine Art Entwicklungsroman, aber auch ein Buch, das auf ganz besondere Weise die Situation in Österreich vor dem Zweiten Weltkrieg darstellt. Die fiktiven Begegnungen des jungen Franz mit dem großen Freud sind mal heiter, mal von einem tiefen Ernst.

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Theodor Fontane: Schach von Wuthenow und von Zwanzig bis Dreißig

Schach von Wuthenow.
Erzählung aus der Zeit des Regiments Gensdarmes

„Einer unserer Besten“ sei der Rittmeister Schach, meint einer seiner Offizierskameraden vom vornehmen Regiment Gensdarmes. Und doch begeht er einen verhängnisvollen Fehltritt. Zu welcher Lösung er findet und was dies persönliche Geschehen mit dem Preußen von 1806 zu tun hat, erfahren wir aus der spannenden und facettenreichen Erzählung.

Referent: Dr. Gerhard Vogt. Hier das Begleitmaterial zum Herunterladen.

Von Zwanzig bis Dreißig
(ein autobiografischer Text)

Das Meiste, was wir über Fontanes Leben wissen, steht in den zahllosen Briefen, die er geschrieben hat. Daneben gibt es noch zwei im Alter verfasste autobiografische Texte: „Meine Kinderjahre“ und „Von Zwanzig bis Dreißig“. Vom Verlobten zum Ehemann, vom Barrikadenkämpfer zum kritischen Beobachter, vom Apotheker zum Schriftsteller, vom eifrigen Besucher diverser Literaturklubs zum verehrten Autor, so beschreibt er sich hier selbst, der Verfasser des bis heute höchst erfolgreichen Romans „Effi Briest“.

Referent: Roland Häcker. Hier das Begleitmaterial zum Herunterladen.

Patrick Süskind: Das Parfüm. Die Geschichte eines Mörders (Roman, 1984)

Ein ungeliebtes, aber in Sachen Dufterkennung und -herstellung hochbegabtes Kind entwickelt sich zum Massenmörder. Warum? Und warum erfasst „den größten Parfumeur aller Zeiten“ schließlich der Ekel an der Menschheit? Dr. Gerhard Vogt lotet die Feinheiten und Tiefen von Patrick Süskinds Erfolgsroman aus.

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Ursula Krechel: Landgericht

Richard Kornitzer ist von Beruf Richter. Er lebt in Berlin, in der Nähe des Kurfürstendamms, und ist verheiratet mit der Werbefachfrau Claire. Sie haben zwei Kinder. 1933 verliert Kornitzer, weil jüdischer Herkunft, sein Amt. Als sich die Lebensumstände bedrohlich verschlechtern, werden die Kinder nach England geschickt und Kornitzer emigriert er nach Kuba. In der Nachkriegszeit kämpft er verbissen um seine Rehabilitierung und um Wiedergutmachung, mit wenig Erfolg. Auch die Familie findet nicht mehr zusammen. Ursula Krechels Roman wurde 2012 mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

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