Kurban Said: Ali und Nino (Roman, 1937)

Wer den Roman geschrieben hat, der 1937 unter dem Pseudonym Kurban Said in Wien erschienen ist, wird bis heute diskutiert. Warum das bereits vergessene Buch 1970 wiederentdeckt wurde und zum Welterfolg avancierte, lässt sich nicht überzeugend erklären. Und umstritten ist auch, ob es das „Meisterwerk“ ist, als das es gerühmt wurde, oder ein Trivialroman.
In der Ölstadt Baku am Kaspischen Meer stehen sich am Anfang des 20. Jahrhunderts (und bis heute) islamische Tradition und europäische Moderne gegenüber. Als sich der vornehme Aserbaidschaner Ali und die christliche Georgierin Nino ineinander verlieben, hat ihre Liebe mit den Vorbehalten der Familien und Ethnien, aber auch mit der sehr unterschiedlichen Prägung der beiden Personen selbst zu kämpfen. Ali und Nino überstehen in der bewegten Epoche um den Ersten Weltkrieg wechselhafte Schicksale; ein glückliches Ende kann es nicht geben.
Der Roman führt in bunten Bildern eine vergangene orientalische Welt vor, die Konflikte aber, die ihn bestimmen, sind heute aktueller denn je.

Montag 18. Februar, 19.00 Uhr
Chorherrenhaus Sindelfingen (Stiftstraße 2/1, Eingang auf der Rückseite)

Referent: Dr. Gerhard Vogt

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