Jane Gardam (geb. 1928): Ein untadeliger Mann (Roman, 2015)

Alles an Edward Feathers ist ohne Fehl und Tadel – seine Garderobe, die Manieren und sein Ruf als Anwalt mit glänzender Karriere in Hongkong. Nun ist er alt und muss mit dem Tod seiner Frau Betty fertig werden. Aber er ist eigentlich immer mit allem gut zurechtgekommen. Aber seine perfekte Haltung täuscht alle – manchmal sogar ihn selbst. Denn mit Bettys Tod hat sich etwas verändert. Feathers fängt an, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. An einem kalten englischen Wintermorgen bricht er auf, um das eigene Leben zu erkunden.

Montag 20. Mai, 19.00 Uhr
Chorherrenhaus Sindelfingen (Stiftstraße 2/1, Eingang auf der Rückseite)

Referenten: Brigitte Dobler-Coyle und Roland Häcker

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Michael Köhlmeier (geb. 1949): Zwei Herren am Strand (Roman, 2014)

Winston Churchill und Charlie Chaplin sind zwei Giganten der Weltgeschichte. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und ihren unvereinbaren Ansichten zur Politik waren sie enge Freunde. Der eine, Chaplin, schuf als weltberühmter Komiker meisterhafte Stummfilme mit dem Tramp, aber auch die Hitler-Parodie „Der große Diktator“. Der andere, Churchill, führte mit seinem Widerstandswillen das Empire in den Krieg gegen Deutschland. Der Autor erzählt mit Komik und Ernst von diesem unglaublichen Paar und zugleich die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Was verbindet diese beiden Herren, die sich am Strand von Santa Monica zum ersten Mal begegnen? Es ist ein dunkles Geheimnis, der „schwarze Hund“, eine depressive Stimmung, die sie immer wieder packt und an Suizid denken lässt. Was hindert sie daran, diesen letzten Schritt zu vollziehen?

Montag 18. März, 19.00 Uhr
Chorherrenhaus Sindelfingen (Stiftstraße 2/1, Eingang auf der Rückseite)

Referent: Roland Häcker

Kurban Said: Ali und Nino (Roman, 1937)

Wer den Roman geschrieben hat, der 1937 unter dem Pseudonym Kurban Said in Wien erschienen ist, wird bis heute diskutiert. Warum das bereits vergessene Buch 1970 wiederentdeckt wurde und zum Welterfolg avancierte, lässt sich nicht überzeugend erklären. Und umstritten ist auch, ob es das „Meisterwerk“ ist, als das es gerühmt wurde, oder ein Trivialroman.
In der Ölstadt Baku am Kaspischen Meer stehen sich am Anfang des 20. Jahrhunderts (und bis heute) islamische Tradition und europäische Moderne gegenüber. Als sich der vornehme Aserbaidschaner Ali und die christliche Georgierin Nino ineinander verlieben, hat ihre Liebe mit den Vorbehalten der Familien und Ethnien, aber auch mit der sehr unterschiedlichen Prägung der beiden Personen selbst zu kämpfen. Ali und Nino überstehen in der bewegten Epoche um den Ersten Weltkrieg wechselhafte Schicksale; ein glückliches Ende kann es nicht geben.
Der Roman führt in bunten Bildern eine vergangene orientalische Welt vor, die Konflikte aber, die ihn bestimmen, sind heute aktueller denn je.

Hier gibt es das Begleitmaterial als PDF zum Download.