Petros Markaris: Griechenland im Kriminalroman

Zu den ungelösten Problemen Europas gehört auch die Griechenland-Krise. Die Politik versucht ihr mit viel Geld zu Leibe zu rücken. Bis jetzt ohne größeren Erfolg. Denn die Gründe der griechischen Tragödie sind vielschichtig; sie haben auch mit der Geschichte des Landes zu tun. Der Literaturklub beschäftigt sich mit einem Autor, der in seinen Kriminalromanen mit dem kleinbürgerlich-biederen Kommissar Kostas Charitos die Situation Griechenlands eindrücklich beschreibt. Das Referat beginnt mit biografischen Hinweisen zum Autor und einem Blick auf die griechische Geschichte. Danach wird anhand ausgewählter Zitate ein Bild der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Lage des Landes gezeichnet.

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Orhan Pamuk: Schnee (Roman 2002)

Ein türkischer Dichter kommt aus seinem deutschen Exil wieder einmal in sein Heimatland und gelangt bei heftigem Schneetreiben in eine ostanatolische Stadt, die alsbald von der Außenwelt abgeschlossen ist. Da entlädt sich die Spannung zwischen dem noch regierenden säkularen Kemalismus und dem an die Macht drängenden europafeindlichen Islamismus in einem bizarren Putsch. Der Dichter aber, zwischen den Fronten lavierend, gewinnt und verliert seine große Liebe und das mit Bangen erhoffte Glück.

Der Roman von 2002, der letzte vor Pamuks Nobelpreis 2006, hat nicht nur eine politisch-gesellschaftliche Dimension, die „erschreckend aktuell“ ist (so der Autor 2015), sondern ist auch eine Studie über Literatur: Ein Lyriker mit Schreibblockade empfängt ohne eigenes Zutun vollkommene Gedichte, ein Romancier taucht im eigenen Werk auf und findet dessen Hauptfigur authentischer als sich selbst, ein Theatermacher erreicht sein Ziel, Wirklichkeit und Theater völlig zu verschmelzen …

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John Williams: Stoner (Roman 1967)

Ein junger Mann, den seine Eltern eigentlich zum Landwirt bestimmt haben, entdeckt die Liebe zur Literatur und wird Dozent an der Universität von Columbia. Die Freude an den Texten wird getrübt durch eine unglückliche Ehe und bösen Streit an der Hochschule. Immerhin ist ihm dann doch noch ein Hauch von Lebensglück beschieden. Dafür muss er allerdings Opfer bringen.
Der lange vergessene Roman wurde vor wenigen Jahren wiederentdeckt, neu veröffentlicht und prompt weltweit ein großer Erfolg, auch in Deutschland. Das liegt vor allem daran, wie der Autor diese Geschichte eines geradlinigen und vom Leben gebeutelten Menschen erzählt.

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Rainald Goetz: Johann Holtrop

Bekannt wurde er als blutrünstiger Bürgerschreck und Star der Popliteratur. Jetzt, mit 61, haben sie versucht, ihn zum Klassiker zu machen: Dr. Dr. Rainald Goetz hat am 31. Oktober den Büchner-Preis für 2015 erhalten. Sein Roman „Johann Holtrop“ von 2012 (ja, diesmal tatsächlich ein Roman) führt vor, wie ein deutscher Top-Manager Top-Karriere macht und wie er abstürzt, am Schluss letal. Zugleich gibt (bzw. vollzieht) das Werk einen „Abriss der Gesellschaft“. Der Kapitalismus leuchtet in den Krisen- und Aufschwungjahren am Anfang des Jahrtausends „hell und wild wie noch nie“ – und verglüht. Kanzler Schröder spielt unter seinem Klarnamen mit, viele andere Prominente vermummt. Und Goetz selbst – schafft er es diesmal wirklich, das eigene Subjekt außen vor zu lassen? Das Motto des Buchs heißt „Wütend schritt ich voran“. Teile des Texts könnten sich in der Tat kaum wütender anhören. Aber Vorsicht: Wer ihn nur als hingeworfenes Pamphlet sieht, greift zu kurz.

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Robert Seethaler: Der Trafikant

Wenn ein verträumter Junge vom Attersee 1937 nach Wien kommt, dort Lehrling in einer Trafik wird, zu deren Kunden Sigmund Freud gehört, wenn der Junge, der Franz Huchel heißt, sich vom großen Psychoanalytiker Heilung in seinen Liebesnöten verspricht und wenn auch noch die politischen Ereignisse zerstörerisch ins Spiel kommen, dann wird das eine traurig-schöne Geschichte:
Es ist eine Art Entwicklungsroman, aber auch ein Buch, das auf ganz besondere Weise die Situation in Österreich vor dem Zweiten Weltkrieg darstellt. Die fiktiven Begegnungen des jungen Franz mit dem großen Freud sind mal heiter, mal von einem tiefen Ernst.

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Ursula Krechel: Landgericht

Richard Kornitzer ist von Beruf Richter. Er lebt in Berlin, in der Nähe des Kurfürstendamms, und ist verheiratet mit der Werbefachfrau Claire. Sie haben zwei Kinder. 1933 verliert Kornitzer, weil jüdischer Herkunft, sein Amt. Als sich die Lebensumstände bedrohlich verschlechtern, werden die Kinder nach England geschickt und Kornitzer emigriert er nach Kuba. In der Nachkriegszeit kämpft er verbissen um seine Rehabilitierung und um Wiedergutmachung, mit wenig Erfolg. Auch die Familie findet nicht mehr zusammen. Ursula Krechels Roman wurde 2012 mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

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Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

Er hat den kleinen Leuten ein Denkmal gesetzt, hat ihr gefährdetes Leben und ihre Machtlosigkeit angesichts der politischen und gesellschaftlichen Bedrohungen beschrieben. In seinem 1947 erschienenen letzten Roman, der auf einer historisch verbürgten Begebenheit beruht, erzählt Hans Fallada die „Heldengeschichte“ eines Berliner Ehepaars in der Zeit des Nationalsozialismus.
Als der einzige Sohn der Eheleute Quangel den „Heldentod“ stirbt, treiben Trauer und Wut sie in den Widerstand gegen die NS-Herrschaft. Sie legen Karten mit kritischen Bemerkungen über das Regime an verschiedenen Stellen Berlins ab. Lange bleiben sie unentdeckt, doch schließlich werden sie gefasst und hingerichtet.

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