Margaret Atwood: Der Report der Magd (Roman, 1984)

Amerika in einer unbestimmten Zukunft: Eine fundamentalistische Sekte hat sich an die Macht geputscht und den Staat Gilead errichtet, in dem Angst, Terror und Gewalt herrschen. Frauen haben keinerlei Rechte mehr, sie sind vor allem dazu da, Kinder zu gebären. Margaret Atwoods dystopischer Roman wurde verfilmt, als Oper und als Theaterstück aufgeführt und läuft seit drei Jahren als viel beachtete Serie. 2019 erschien die Fortsetzung: „Die Zeuginnen“.

Die Ich-Erzählerin Desfred ist – wie viele junge Frauen in diesem Staat – eine sogenannte „Magd“, die für andere ein Kind gebären soll. Ihr Leben ist das einer Sklavin, einsam, trostlos und ständig in Gefahr. Wird sie irgendwann diesem Alptraum entkommen? Auf jeden Fall wird ihr Bericht ein Zeugnis sein für künftige Generationen.

Leider kann die Veranstaltung erneut nicht stattfinden. Hier gibt es eine aktualisierte Version des Referats zum Herunterladen (PDF, 11 Seiten).

William Butler Yeats: Down by the salley gardens

Wer war William Butler Yeats, seines Zeichens Literatur-Nobelpreisträger von 1923? Er wurde 1865 bei Dublin geboren als Spross einer protestantischen Familie. Ein untypischer Spross: Die Mitglieder der englisch-protestantischen Minderheit in Irland sahen sich üblicherweise als Engländer in einer Art barbarischem Exil, Yeats jedoch fühlte sich als Ire, als Teil der „Irishry“, fand hier seine seine kulturellen Wurzeln; irische Folklore, irische Historie, Legenden und Mythen sind eine wesentliche Voraussetzung seines Werks.

Dr. Gerhard Vogts Lesezeichen steht als PDF-Dokument (6 Seiten) zum Herunterladen bereit.

Ian McEwan: Kindeswohl (Roman, 2015)

Ian McEwan (geb. 1948), der mit seinem literarischen Schnellschuss über einen Premierminister als Kakerlake jüngst wieder auf sich aufmerksam gemacht hat, nimmt hier nicht nur Bezug auf das in Großbritannien 1989 verabschiedete ‚Kindergesetz‘, er konfrontiert uns auch mit streng religiösen Eltern unterschiedlicher Glaubensrichtungen und hinterfragt die Gefühlswelt einer Generation, deren Leben vom beruflichen Erfolg bestimmt zu sein scheint. Im Zentrum aber steht ein spannender juristischer Fall, der nicht nur die bis dahin hochgelobte Tätigkeit einer fast 60-jährigen Richterin, sondern auch ihre Ehe auf eine harte Probe stellt.

Der Termin muss leider aufgrund der Pandemie erneut entfallen. Daher gibt es nun hier das Referat zum Herunterladen (PDF, 20 Seiten)

Referentin: Renate Alber-Bussas

Anna-Katharina Hahn: Aus und davon (Roman, 2020)

Am 21. Oktober 2019 war Anna-Katharina Hahn im Literaturklub zu Gast; sie las damals aus ihrem Buch „Das Kleid meiner Mutter“, verriet aber schon einiges über das neue Werk. Das ist am 18. Mai herausgekommen: „Aus und davon“.
Ein Stuttgart-Roman ist es, wie die beiden ersten von Frau Hahn – der überwiegende Teil der Handlung spielt in der Gegend um den Ostendplatz und in Hedelfingen, die Topographie ist problemlos nachvollziehbar; auch die (für die Autorin heimatliche) Alexanderstraße, die in „Kürzere Tage“ als Hauptschauplatz noch Constantinstraße heißen musste, darf ihren Klarnamen behalten. Nur das Zeppelingymnasium, das der attraktiv-zickige Teenager Stella besucht, wird, nach einem berühmten Ehemaligen, in „Hermann-Lenz-Gymnasium“ umgetauft. Die Grundschule, in der ihr armer, adipöser Bruder Bruno gequält wird, bleibt wohlweislich ohne Namen.

Dr Gerhard Vogt, Referat (PDF, 7 Seiten)

Wolfram von Eschenbach: Das Anti-Tagelied

Es gibt 2020 noch einen weiteren Jubilar, der dem Literaturklub am Herzen liegt: Wolfram von Eschenbach, gestorben etwa 1220, also vor 800 Jahren. Und auch sein Jubiläum findet wenig Beachtung, obwohl Wolfram vielen als der größte unter den Dichtern des deutschen Mittelalters gilt. Seine Bedeutung beruht in erster Linie auf dem Versepos „Parzival“, dessen Name ja – zumindest durch Wagners Oper „Parsifal“ – auch heute noch geläufig ist, er hat aber auch Minnelieder verfasst, nicht viele, aber eigenwillige. Eins davon soll hier vorgestellt werden:

PDF-Dokument (4 Seiten, 4 MB inkl. Hörbeispiel)
Zum Anhören des Tons nach dem Anklicken des Links „Gedichtvorlesung“ diese durch „Zulassen“ aktivieren (die Datei liegt auf einem anderen Blog: http://www.xn--hckerling-v2a.de).

Johannes Bobrowski: Hölderlin in Tübingen

Johannes Bobrowski (1917 bis 1965) beschäftigte sich als Lyriker viel mit dem Thema „Landschaft“. Und er schrieb Gedichte über große Lyriker. Dazu gehört auch der Text „Hölderlin in Tübingen“. Bobrowski kannte die Stadt, er hat sie 1961 besucht.

Dr. Gerhard Vogt gibt eine Deutung (zum Herunterladen als PDF) von Bobrowskis Hölderlin-Gedicht und ordnet es ein in die Hölderlin-Reihe des Sindelfinger Literaturklubs.