Sibylle Lewitscharoff: Consummatus und Blumenberg

Ein Mann geht zum Frühstück in ein Café und beginnt ein langes Zwiegespräch mit Stimmen aus dem Jenseits, ein Philosoph sitzt des Nachts in seinem Studierzimmer und erhält Besuch von einem Löwen – das sind die Ausgangssituationen zweier Romane einer vielgeehrten Autorin aus Stuttgart: Sibylle Lewitscharoff.

Beide Romane sind reich an Anspielungen und Merkwürdigkeiten, dazu von beeindruckender sprachlicher Virtuosität. Sie malen ein etwas anderes, durchaus originelles Bild unserer Wirklichkeit und beschäftigen sich mit Grundfragen des Lebens.

Hier das Begleitmaterial zu Blumenberg (Häcker) und das Begleitmaterial zu Consummatus (Dr. Vogt) zum Herunterladen als PDF.

John Lanchester: Kapital

Der Beginn des dritten Jahrtausends ist geprägt von Krisen. Wörter wie „Finanzkrise“, „Wirtschaftskrise“, „Bankenkrise“ haben die Nachrichten erobert. Auch in der Literatur hinterlässt das Thema seine Spuren. 2012 erschien in England ein Roman, der in den Jahren 2007/2008 spielt. Sein Titel erinnert an Karl Marx: Kapital.
Der Autor, John Lanchester, kommt aus einer Familie mit Banker-Erfahrung. Er erzählt von Menschen, die in der „angesagten“ Londoner Pepys Road wohnen. Ihre Schicksale sind auf vielfache Weise miteinander verflochten. Neben einfachen Leuten leben wohlhabende, neben Alteingesessenen Zugezogene, neben Einheimischen Migranten. Das alltägliche Leben gerät aus den Fugen, als Drohungen ins Haus flattern, die Finanzkrise eskaliert und die Angst vor einem terroristischen Anschlag wächst.

Begleitmaterial 1 enthält Informationen zu John Lanchester, zur Pepys Road, wo sein Roman „Kapital“ spielt und zur Gliederung des Romans. Dazu kommen Auszüge aus dem Sachbuch „Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt. Die bizarre Geschichte der Finanzen“, das Lanchester zeitgleich zum Roman „Kapital“ verfasst hat. Begleitmaterial 2 ist eine Übersicht über die 107 Kapitel des Romans „Kapital“ und die verschiedenen Handlungsstränge.

Thomas Mann: Lotte in Weimar

Charlotte Kestner, 63 Jahre alt, fährt am 22. September 1816 nach Weimar, um ihre Schwester zu besuchen. Aber das ist nur ein Vorwand. Eigentlich möchte sie Goethe wiedersehen, den verrückten, geliebten Freund aus der Jugendzeit. Vor 44 Jahren hat er um sie, die bereits Verlobte, geworben, erfolglos, wie wir wissen. Das Buch über die Dreiecksgeschichte, der „Werther“, wird dagegen sehr erfolgreich.
Der sprachlich kunstvoll gestaltete, mal heiter-ironische, mal komplex-tiefsinnige Roman ist 1939 erschienen, kurz nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Thomas Mann, der sich selbst als Nachfolger des Weimarer „Dichterfürsten“ sieht, schreibt das Buch auch gegen das NS-Regime. Wir begegnen darin einem Goethe, der nicht nur die Züge seines Autors trägt, sondern manches äußert, was die damaligen Machthaber ärgert.

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Zwei Romane über August Engelhardt

Vor gut 100 Jahren gab es eine gesellschaftliche Bewegung gegen die ungesunde Zivilisation. Man wollte natürlich leben, essen und wohnen. Zwei jüngst erschienene Romane beschreiben das Leben des Vegetariers, Nudisten und Zivilisationsflüchtlings August Engelhardt, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Kolonie Deutsch-Neuguinea eine neue Art zu leben erprobt hat. Es geht um Marc Buhls Roman Das Paradies des August Engelhardt von 2011 und um Christian Krachts Imperium (2012). Kracht ist Schweizer und hat sich mit originellen Texten einen Namen gemacht. Der Schriftsteller Marc Buhl ist in Sindelfingen zur Schule gegangen. Beide Autoren stellen Engelhardt auf ganz verschiedene Weise dar. Ein Vergleich lohnt sich.

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Juli Zeh: Corpus Delicti

Was geschieht, wenn die Gesundheit zum höchsten Wert und zum wichtigsten Staatsziel erklärt wird, dem sich alles andere unterzuordnen hat? Dann wird aus diesem Staat, der es auf den ersten Blick so gut mit seinen Bürgern meint, eine Diktatur. Davon erzählt dieser 2009 erschienene und in der Mitte des 21. Jahrhunderts spielende Roman. Die Biologin Mia Holl und ihr anarchistischer Bruder Moritz widersetzen sich diesem System ausgefeilter Gesundheitsvorschriften. Sie gehören zu denen, die das „Recht auf Krankheit“ einfordern und daher in die Mühlen der Justiz geraten. Die Folge: strenge Bestrafung wegen gemeinschaftsschädlichen Verhaltens.

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Albert Camus: Die Pest

Vor 100 Jahren, 1913, ist Albert Camus geboren, 1957 hat er den Literatur-Nobelpreis erhalten. Als Algerier und Franzose verkörpert er zwei Kulturen, die europäische und die arabische. Die Pest ist sein bekanntester Roman. Er wirkt auch heute noch, 66 Jahre nach seiner Veröffentlichung, sehr aktuell. Camus beschreibt darin die Auswirkungen einer Katastrophe auf die Gesellschaft. Es beginnt ganz harmlos mit ein paar toten Ratten. Doch dann werden die Menschen von der Seuche attackiert. Ihr Leben verändert sich auf dramatische Weise. In diesem Ausnahmezustand werden Glauben, Denken und Handeln einer harten Belastungsprobe ausgesetzt. Das absurde Sterben von Alten und Jungen, von Eltern und Kindern verlangt nach einer Erklärung. Doch gibt es die?

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