Uwe Timm: Vogelweide (Roman, 2013)

Warum ergreift der Geschäftsmann Christian Eschenbach die Chance, sich auf der menschenleeren Nordseeinsel Scharhörn als Vogelwart zu verdingen? Liegt es an seinem Scheitern als Chef einer IT-Firma oder am Zerbrechen seiner Beziehung zu Anna, der Frau des Architekten und Freundes Ewald, oder ist es der Überdruss an seinem bisherigen Leben?
Das Werk des Schriftstellers Uwe Timm (geb. 1940) ist umfangreich. Bekannt wurde er durch „Die Entdeckung der Curry-Wurst“ und das Kinderbuch „Rennschwein Rudi Rüssel“. Am Beispiel seines Bruders geht er der Frage nach, was einen Menschen dazu bringen konnte, sich freiwillig der Waffen-SS anzuschließen. In „Der Freund und der Fremde“ zeichnet er ein Bild seines Mitschülers Benno Ohnesorg. Der Roman „Vogelweide“ ist 2013 erschienen.

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Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb (Roman, 1989)

Kazuo Ishiguro, der japanischstämmige Literatur-Nobelpreisträger von 2017, hat für seinen bekanntesten Roman ein Milieu gewählt, das englischer nicht sein könnte: ein Herrenhaus mit Lord und hochprofessioneller Dienerschaft. Stevens ist ein musterhafter Butler, der seine Emotionen dem perfekten Service unterzuordnen weiß und darin seine Erfüllung findet. Aber es fallen Schatten auf dieses Ideal: In den 30er Jahren bringt ihn seine Loyalität in den Dunstkreis des Anglofaschismus, nach dem Weltkrieg gerät sein Berufsstand durch die gesellschaftlichen Veränderungen in eine schwere Krise, und schließlich muss er sich fragen, ob er nicht die Liebe seines Lebens dem rigorosen Berufsethos zum Opfer gebracht hat. Vor ihm steht der Lebensabend, das, „was vom Tage übrig blieb“ – wird er eine Wende bringen?

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Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Roman, 2015)

Der Mann ist heute ein erfolgreicher Schauspieler in Wien und Hamburg. Doch sein Erfolg hat eine bewegte Vorgeschichte mit Schicksalsschlägen, heftigen Selbstzweifeln und grandiosen Misserfolgen. Aber er hat die Gabe, auch von den schwierigen Phasen seines Lebens heiteren Sinnes zu erzählen. In diesem 2015 erschienenen dritten Band seiner romanhaften Autobiografie „Alle Toten fliegen hoch“ erzählt der Schauspieler Joachim Meyerhoff mit dem ihm eigenen Humor und viel Selbstironie von seiner Ausbildung an der Schauspielschule in München und den skurrilen Großeltern, bei denen er in dieser Zeit gewohnt hat.

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Sofja Tolstaja: Eine Frage der Schuld (Roman, 1893)

Es ist nie einfach, die Frau eines bedeutenden Mannes zu sein. Die Frau des russischen Schriftstellers Lew Tolstoj hatte es besonders schwer. Als ihr Mann in der Novelle „Die Kreutzersonate“ heftige Vorwürfe gegen „die Frauen“ – und damit vor allem gegen sie – erhebt, schreibt sie als empörte „Antwort“ den Roman „Eine Frage der Schuld“.
Die Hauptperson ist Anna. Sie heiratet mit 18 Jahren einen älteren Fürsten, trotz dessen bewegtem Vorleben. Bereit, eine liebende Ehefrau zu sein, und voll guten Willens gibt sie sich in seine Hände. Aber sie kann seinen Anforderungen nicht genügen. Die hemmungslose Eifersucht, seine Besitzansprüche und die Gleichgültigkeit des Gatten gegenüber ihren Wünschen zerstören die Liebe. Das Ganze nimmt ein schlimmes Ende.

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Joseph Conrad: Herz der Finsternis (Roman, 1899)

Joseph Conrad ist ein interessanter Autor: Als gebürtiger Pole, der erst mit über 20 Jahren Englisch lernte, wurde er zum „verwöhnten Adoptivkind Großbritanniens“, als Seemann, der jahrzehntelang exotische Weltgegenden befuhr, zum gefeierten Romancier. „Herz der Finsternis“ („Heart of Darkness“) ist vielleicht sein bekanntestes Werk, auf jeden Fall das am meisten diskutierte: Kapitän Marlow, ein skeptischer Außenseiter, fährt mit seinem Raddampfer den Kongo hinauf ins Innere des schweigenden Dschungels, trifft auf Wilde, also Menschen, die von der europäischen Zivilisation unberührt sind, und auf die Schreckensherrschaft des Elfenbeinhändlers Kurtz. Die Fahrt wird zur Reise in Abgründe der menschlichen Seele. Worauf gründen sich die Urteile des Erzählers Marlow? Was bedeutet der Ausruf „Das Grauen!“, die letzte Äußerung des hochkultivierten und zugleich grässlichen Mr. Kurtz? Und: Ist das Buch bei aller Kritik am Kolonialismus letztlich rassistisch?

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Sandra Hoffmann: Paula (Roman, 2017)

Ob Paula eine glückliche Frau war, ehe ihr Bräutigam im Krieg starb? Jedenfalls beginnt sie irgendwann aus Angst und Scham zu schweigen. Nie gibt sie preis, von welchem Mann das Kind stammt, das sie alleine großzieht. Aber dann wird der Schutzraum des Schweigens allmählich zum Gefängnis, in dem Liebe und Empathie verkümmern. Ihre Tochter und ihre Enkelin werden nie erfahren, wer ihr Vater, wer ihr Großvater war.

Sandra Hoffmann im Chorherrenhaus
Foto: Kreiszeitung Böblinger Bote/Thomas Bischof

Die Enkelin ist die Ich-Erzählerin dieser Geschichte. Sie leidet unter dem Schweigen der Vorfahren. Wir dürfen in ihr die Autorin sehen, die sich schreibend von diesem Schweige-Druck befreien will. Aus Anlass der Literaturtage Böblingen Sindelfingen kam Sandra Hoffmann in den Sindelfinger Literaturklub und stellte ihren neuen Roman „Paula“ selbst vor.

Foto: Kreiszeitung Böblinger Bote/Thomas Bischof

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Eginald Schlattner: Der geköpfte Hahn (Roman, 1998)

Eine Kleinstadt in Siebenbürgen 1944: Das jahrhundertelange friedliche Zusammenleben der deutschen „Sachsen“ mit den anderen Bevölkerungsgruppen wird durch den Einfluss von Nazi-Deutschland immer problematischer. Am 23. August aber wechselt Rumänien vom verbündeten Deutschland zur Sowjetunion und leitet so das Ende der deutschen Siedlungsgeschichte in Siebenbürgen ein. Vor diesem Hintergrund sucht ein 16jähriger seinen Weg zwischen Hitler-Begeisterung und christlichem Glauben, erlebt Freundschaft, Verrat und Liebe.
Schlattner, geb. 1933, schuf in seinem Romandebüt ein buntes, lebensvolles Panorama seiner Heimat. Er wirkt noch heute als „letzter Pfarrer von Rothberg“ (bei Hermannstadt/Sibiu).

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