Zwei Romane über August Engelhardt

Vor gut 100 Jahren gab es eine gesellschaftliche Bewegung gegen die ungesunde Zivilisation. Man wollte natürlich leben, essen und wohnen. Zwei jüngst erschienene Romane beschreiben das Leben des Vegetariers, Nudisten und Zivilisationsflüchtlings August Engelhardt, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Kolonie Deutsch-Neuguinea eine neue Art zu leben erprobt hat. Es geht um Marc Buhls Roman Das Paradies des August Engelhardt von 2011 und um Christian Krachts Imperium (2012). Kracht ist Schweizer und hat sich mit originellen Texten einen Namen gemacht. Der Schriftsteller Marc Buhl ist in Sindelfingen zur Schule gegangen. Beide Autoren stellen Engelhardt auf ganz verschiedene Weise dar. Ein Vergleich lohnt sich.

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Juli Zeh: Corpus Delicti

Was geschieht, wenn die Gesundheit zum höchsten Wert und zum wichtigsten Staatsziel erklärt wird, dem sich alles andere unterzuordnen hat? Dann wird aus diesem Staat, der es auf den ersten Blick so gut mit seinen Bürgern meint, eine Diktatur. Davon erzählt dieser 2009 erschienene und in der Mitte des 21. Jahrhunderts spielende Roman. Die Biologin Mia Holl und ihr anarchistischer Bruder Moritz widersetzen sich diesem System ausgefeilter Gesundheitsvorschriften. Sie gehören zu denen, die das „Recht auf Krankheit“ einfordern und daher in die Mühlen der Justiz geraten. Die Folge: strenge Bestrafung wegen gemeinschaftsschädlichen Verhaltens.

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Albert Camus: Die Pest

Vor 100 Jahren, 1913, ist Albert Camus geboren, 1957 hat er den Literatur-Nobelpreis erhalten. Als Algerier und Franzose verkörpert er zwei Kulturen, die europäische und die arabische. Die Pest ist sein bekanntester Roman. Er wirkt auch heute noch, 66 Jahre nach seiner Veröffentlichung, sehr aktuell. Camus beschreibt darin die Auswirkungen einer Katastrophe auf die Gesellschaft. Es beginnt ganz harmlos mit ein paar toten Ratten. Doch dann werden die Menschen von der Seuche attackiert. Ihr Leben verändert sich auf dramatische Weise. In diesem Ausnahmezustand werden Glauben, Denken und Handeln einer harten Belastungsprobe ausgesetzt. Das absurde Sterben von Alten und Jungen, von Eltern und Kindern verlangt nach einer Erklärung. Doch gibt es die?

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Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts

Eugen Ruge hat 2011 gleich für seinen ersten Roman, In Zeiten des abnehmenden Lichts den Deutschen Buchpreis bekommen. Darin wird die Geschichte dreier Generationen einer DDR-Familie erzählt: Die Großmutter Charlotte, als Kommunistin im Dritten Reich ohne Daseinsberechtigung, muss viele Jahre im mexikanischen Exil zubringen, ehe sie 1952 in die DDR einreisen darf. Ihr Sohn Kurt, dem Arbeitslager Stalins entkommen, wird dort ein erfolgreicher und hochdekorierter Historiker. Der Enkel Alexander bringt es nach 1989 nur zu mäßigen Erfolgen in der deutschen Kulturszene. Krank, verbittert, deprimiert reist er nach Mexiko, um sich dort auf die Suche nach sich selbst zu machen.

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Daniel Kehlmann: Ruhm

Das Thema seines 2009 erschienenen neuesten Romans, der eigentlich gar kein Roman ist, sondern eine Sammlung von Geschichten, dürfte auch sein eigenes Thema sein, denn die Vermessung der Welt hat ihn als Schriftsteller berühmt gemacht: Daniel Kehlmann. Die neun Geschichten des Romans Ruhm handeln von den Schattenseiten des modernen Lebens, von Handys und Sterbehilfe, von Glauben und Doppelmoral und auch vom Ruhm. Dass und wie die Geschichten aufeinander bezogen und miteinander verflochten sind, merkt man erst bei genauerem Hinsehen.

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Wolfgang Herrndorf: tschick

Er hat Malerei studiert, für ein Satiremagazin gezeichnet und bereits mehrere Preise erhalten, 2011 den Deutschen Jugendliteraturpreis und 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse: Wolfgang Herrndorf.
Von ihm wurde im Sindelfinger Literaturklub ein auf den ersten Blick heiterer, bei näherem Hinsehen aber bedrückender Roman vorgestellt. Der 14-jährige Gymnasiast Maik Klingenberg, dessen Eltern an diversen Mittelschicht-Problemen leiden, erzählt von einer aufregenden Reise durch das sommerliche Deutschland. Sie sind in einem gestohlenen PKW unterwegs, Maik und sein etwas zwielichtiger Mitschüler und Freund, der Migrant Andrej Tschichatschow. Nach ihm, nach Tschick, wie er genannt wird, ist der Roman benannt.

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Max Frisch: Montauk

Er hat sich immer gerne selbst zum Thema gemacht, seine Zweifel an sich und seiner Arbeit, sein Leiden am Leben und die Angst vor dem Älterwerden, seine Geschichten mit Frauen. Der Schweizer Architekt, Journalist und Verfasser von Tagebüchern, Dramen und Romanen Max Frisch. Im Alter von 63 Jahren unternahm er eine Lesereise in die USA und begegnete dort der einunddreißigjährigen Lynn. Die beiden kamen sich näher und verbrachten ein Wochenende an der Atlantikküste. Was Frisch dort sah, erlebte, dachte, fühlte und erinnerte, das fand seine literarische Gestaltung in der eindrucksvollen Erzählung Montauk.

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