Wilhelm Genazino: Die Liebesblödigkeit

Wilhelm Genazino ist Träger des Fallada-, Fontane-, Kleist- und Büchner-Preises, gehört dem Jahrgang 1943 an und kommt aus eher einfachen Verhältnissen. Die Hauptfiguren seiner Romane sind Männer (meist) mittleren Alters. Sie beobachten und beschreiben die oft banale Wirklichkeit des deutschen Alltags genau und mit feiner Ironie. Den Roman Die Liebesblödigkeit hat er 2005 veröffentlicht: Darin unterhält die männliche Hauptperson, Anfang 50, freiberuflicher Redner bei Tagungen, zwei Liebesverhältnisse, fühlt sich dadurch aber altershalber zunehmend überfordert. Von wem soll er sich trennen? Von Sandra oder von Judith oder gar von beiden?

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Anna Katharina Hahn: Kürzere Tage

Die Stuttgarter Autorin hat 2009 einen Roman veröffentlicht, in dem die Stadt Stuttgart „mitspielt“, vor allem die Gegend um das Olgaeck. Die Situation der Hauptpersonen (Judith, Leonie, Luise und Marco) hat auch mit ihren Wohnbereichen zu tun. Zunächst scheinen die vier nichts miteinander zu tun zu haben, doch im Lauf der Geschichte werden ihre Lebensläufe immer mehr ineinander verwoben. Alle vier geraten in Krisen, aber der Umgang damit ist unterschiedlich. Ein gut lesbarer Roman mit literarischem Anspruch und offenem Ende.

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Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Kann man ihn heute überhaupt noch lesen? Man kann. Das aufregende Leben und das umfangreiche Werk des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Heinrich Böll beeindrucken auch aus dem Abstand einiger Jahrzehnte. So eng wie Böll war kaum ein deutscher Autor mit der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung verflochten, kaum einer war auch so umstritten und angefeindet wie er. Das lässt sich besonders deutlich zeigen an Inhalt und Wirkung der polemischen Erzählung Die verlorene Ehre der Katharina Blum.

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Martin Walser: Ein liebender Mann

Ein 74-Jähriger, der einer 19-Jährigen den Hof macht, darüber ein Buch zu schreiben, das hat den 84-jährigen Autor sehr gereizt. Entstanden ist 2008 ein lesenswerter Roman mit gut erfundenen Personen, Szenen und Orten. Der Roman zeigt den greisen Goethe, wie er sich in der Begegnung mit der geistreichen Ulrike von Levetzow faustisch verjüngt und zu großer sprachlich verehrender Form aufläuft. Die Junge kann dem „Alten Werther“ liebenswerte Züge abgewinnen, auch wenn er beim Spaziergang mit ihrem Tempo nicht Schritt halten kann und ins Stolpern gerät. Das Buch führt uns nach Marienbad, wo sich die Wohlhabenden einst gerne getroffen haben, und ins kleinstädtische Weimar, wo der Goethe-Klüngel den Dichterfürsten zum „leidenden Mann“ macht.

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Herta Müller: Atemschaukel

Herta Müller ist Trägerin des Literaturnobelpreises. Sie lebt seit rund 25 Jahren in Deutschland. Davor gehörte sie zur deutschen Minderheit in Rumänien. Deren schwierige Situation stellt sie in ihren Werken dar. Nach dem Seitenwechsel der Rumänen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs – weg von Hitler-Deutschland, hin zu Amerikanern und Russen – werden die Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben das Opfer von Strafaktionen. Man deportiert sie in sowjetische Arbeitslager. In der Atemschaukel erzählt die Autorin vom Schicksal eines Siebzehnjährigen, der eine fünfjährige Leidenszeit in einem ukrainischen Lager verbringt. Eingeflossen sind die Erfahrungen des Schriftstellers Oskar Pastior.

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Uwe Tellkamp: Eisvogel

Uwe Tellkamp wurde durch seinen preisgekrönten Roman Der Turm bekannt. Davor, 2005, hat er den Eisvogel geschrieben, in dem er seine Protagonisten eine Art konservative Revolution verkünden lässt. Das Unternehmen scheitert. Warum, das unter anderem erzählt der Roman. Der Referent Roland Häcker stellt die Hauptpersonen der Geschichte vor, geht ausführlich auf die Erzählweise und die Sprache ein, aber überlässt dem Leser die Entscheidung, ob das Werk gelungen oder gescheitert ist.

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Christa Wolf: Mit anderem Blick

Eine Sammlung unterschiedlicher Texte aus der Zeit nach 1990, verfasst von einer Schriftstellerin, die ihr eigenes Leben zum Gegenstand ihres Schreibens gemacht hat und damit manchmal Anstoß erregt – Christa Wolf: Mit anderem Blick.
Den Schwerpunkt des Vortrags bildet die Geschichte „Wüstenfahrt“, in der Christa Wolf Erfahrungen aus ihrer Zeit in den USA gestaltet. Mit feiner Ironie erzählt sie von ihrer Wahrnehmung „typisch amerikanischer“ Merkwürdigkeiten bei einem Wochenendausflug in die Wüste bei Los Angeles. Dabei fällt der „andere Blick“ der Erzählerin auch auf „die Deutschen“ in der Reisegruppe und auf sie selbst.

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