Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Kann man ihn heute überhaupt noch lesen? Man kann. Das aufregende Leben und das umfangreiche Werk des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Heinrich Böll beeindrucken auch aus dem Abstand einiger Jahrzehnte. So eng wie Böll war kaum ein deutscher Autor mit der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung verflochten, kaum einer war auch so umstritten und angefeindet wie er. Das lässt sich besonders deutlich zeigen an Inhalt und Wirkung der polemischen Erzählung Die verlorene Ehre der Katharina Blum.

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Martin Walser: Ein liebender Mann

Ein 74-Jähriger, der einer 19-Jährigen den Hof macht, darüber ein Buch zu schreiben, das hat den 84-jährigen Autor sehr gereizt. Entstanden ist 2008 ein lesenswerter Roman mit gut erfundenen Personen, Szenen und Orten. Der Roman zeigt den greisen Goethe, wie er sich in der Begegnung mit der geistreichen Ulrike von Levetzow faustisch verjüngt und zu großer sprachlich verehrender Form aufläuft. Die Junge kann dem „Alten Werther“ liebenswerte Züge abgewinnen, auch wenn er beim Spaziergang mit ihrem Tempo nicht Schritt halten kann und ins Stolpern gerät. Das Buch führt uns nach Marienbad, wo sich die Wohlhabenden einst gerne getroffen haben, und ins kleinstädtische Weimar, wo der Goethe-Klüngel den Dichterfürsten zum „leidenden Mann“ macht.

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Herta Müller: Atemschaukel

Herta Müller ist Trägerin des Literaturnobelpreises. Sie lebt seit rund 25 Jahren in Deutschland. Davor gehörte sie zur deutschen Minderheit in Rumänien. Deren schwierige Situation stellt sie in ihren Werken dar. Nach dem Seitenwechsel der Rumänen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs – weg von Hitler-Deutschland, hin zu Amerikanern und Russen – werden die Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben das Opfer von Strafaktionen. Man deportiert sie in sowjetische Arbeitslager. In der Atemschaukel erzählt die Autorin vom Schicksal eines Siebzehnjährigen, der eine fünfjährige Leidenszeit in einem ukrainischen Lager verbringt. Eingeflossen sind die Erfahrungen des Schriftstellers Oskar Pastior.

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Uwe Tellkamp: Eisvogel

Uwe Tellkamp wurde durch seinen preisgekrönten Roman Der Turm bekannt. Davor, 2005, hat er den Eisvogel geschrieben, in dem er seine Protagonisten eine Art konservative Revolution verkünden lässt. Das Unternehmen scheitert. Warum, das unter anderem erzählt der Roman. Der Referent Roland Häcker stellt die Hauptpersonen der Geschichte vor, geht ausführlich auf die Erzählweise und die Sprache ein, aber überlässt dem Leser die Entscheidung, ob das Werk gelungen oder gescheitert ist.

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Christa Wolf: Mit anderem Blick

Eine Sammlung unterschiedlicher Texte aus der Zeit nach 1990, verfasst von einer Schriftstellerin, die ihr eigenes Leben zum Gegenstand ihres Schreibens gemacht hat und damit manchmal Anstoß erregt – Christa Wolf: Mit anderem Blick.
Den Schwerpunkt des Vortrags bildet die Geschichte „Wüstenfahrt“, in der Christa Wolf Erfahrungen aus ihrer Zeit in den USA gestaltet. Mit feiner Ironie erzählt sie von ihrer Wahrnehmung „typisch amerikanischer“ Merkwürdigkeiten bei einem Wochenendausflug in die Wüste bei Los Angeles. Dabei fällt der „andere Blick“ der Erzählerin auch auf „die Deutschen“ in der Reisegruppe und auf sie selbst.

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Siegfried Lenz: Schweigeminute

Ein Vortrag, gehalten vor dem Literaturclub Sindelfingen im September 2010. Der Referent Roland Häcker macht die Handlungsstruktur der 2008 veröffentlichten Novelle deutlich, untersucht ihre Sprache und äußert sich über die literarischen Stärken und Schwächen dieses Alterswerks über die Liebe eines Schülers zu seiner Englischlehrerin.

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Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt

Dieser Vortrag über den Roman Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann, einen Bestseller des 21. Jahrhunderts, wurde im Juni 2010 im Literatur-Club Sindelfingen gehalten. Dabei geht der Referent Roland Häcker nicht nur auf den Inhalt des Buches ein, sondern auch auf einige literarische und sprachliche Besonderheiten.

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