Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts

Eugen Ruge hat 2011 gleich für seinen ersten Roman, In Zeiten des abnehmenden Lichts den Deutschen Buchpreis bekommen. Darin wird die Geschichte dreier Generationen einer DDR-Familie erzählt: Die Großmutter Charlotte, als Kommunistin im Dritten Reich ohne Daseinsberechtigung, muss viele Jahre im mexikanischen Exil zubringen, ehe sie 1952 in die DDR einreisen darf. Ihr Sohn Kurt, dem Arbeitslager Stalins entkommen, wird dort ein erfolgreicher und hochdekorierter Historiker. Der Enkel Alexander bringt es nach 1989 nur zu mäßigen Erfolgen in der deutschen Kulturszene. Krank, verbittert, deprimiert reist er nach Mexiko, um sich dort auf die Suche nach sich selbst zu machen.

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Daniel Kehlmann: Ruhm

Das Thema seines 2009 erschienenen neuesten Romans, der eigentlich gar kein Roman ist, sondern eine Sammlung von Geschichten, dürfte auch sein eigenes Thema sein, denn die Vermessung der Welt hat ihn als Schriftsteller berühmt gemacht: Daniel Kehlmann. Die neun Geschichten des Romans Ruhm handeln von den Schattenseiten des modernen Lebens, von Handys und Sterbehilfe, von Glauben und Doppelmoral und auch vom Ruhm. Dass und wie die Geschichten aufeinander bezogen und miteinander verflochten sind, merkt man erst bei genauerem Hinsehen.

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Wolfgang Herrndorf: tschick

Er hat Malerei studiert, für ein Satiremagazin gezeichnet und bereits mehrere Preise erhalten, 2011 den Deutschen Jugendliteraturpreis und 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse: Wolfgang Herrndorf.
Von ihm wurde im Sindelfinger Literaturklub ein auf den ersten Blick heiterer, bei näherem Hinsehen aber bedrückender Roman vorgestellt. Der 14-jährige Gymnasiast Maik Klingenberg, dessen Eltern an diversen Mittelschicht-Problemen leiden, erzählt von einer aufregenden Reise durch das sommerliche Deutschland. Sie sind in einem gestohlenen PKW unterwegs, Maik und sein etwas zwielichtiger Mitschüler und Freund, der Migrant Andrej Tschichatschow. Nach ihm, nach Tschick, wie er genannt wird, ist der Roman benannt.

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Max Frisch: Montauk

Er hat sich immer gerne selbst zum Thema gemacht, seine Zweifel an sich und seiner Arbeit, sein Leiden am Leben und die Angst vor dem Älterwerden, seine Geschichten mit Frauen. Der Schweizer Architekt, Journalist und Verfasser von Tagebüchern, Dramen und Romanen Max Frisch. Im Alter von 63 Jahren unternahm er eine Lesereise in die USA und begegnete dort der einunddreißigjährigen Lynn. Die beiden kamen sich näher und verbrachten ein Wochenende an der Atlantikküste. Was Frisch dort sah, erlebte, dachte, fühlte und erinnerte, das fand seine literarische Gestaltung in der eindrucksvollen Erzählung Montauk.

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Wilhelm Genazino: Die Liebesblödigkeit

Wilhelm Genazino ist Träger des Fallada-, Fontane-, Kleist- und Büchner-Preises, gehört dem Jahrgang 1943 an und kommt aus eher einfachen Verhältnissen. Die Hauptfiguren seiner Romane sind Männer (meist) mittleren Alters. Sie beobachten und beschreiben die oft banale Wirklichkeit des deutschen Alltags genau und mit feiner Ironie. Den Roman Die Liebesblödigkeit hat er 2005 veröffentlicht: Darin unterhält die männliche Hauptperson, Anfang 50, freiberuflicher Redner bei Tagungen, zwei Liebesverhältnisse, fühlt sich dadurch aber altershalber zunehmend überfordert. Von wem soll er sich trennen? Von Sandra oder von Judith oder gar von beiden?

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Anna Katharina Hahn: Kürzere Tage

Die Stuttgarter Autorin hat 2009 einen Roman veröffentlicht, in dem die Stadt Stuttgart „mitspielt“, vor allem die Gegend um das Olgaeck. Die Situation der Hauptpersonen (Judith, Leonie, Luise und Marco) hat auch mit ihren Wohnbereichen zu tun. Zunächst scheinen die vier nichts miteinander zu tun zu haben, doch im Lauf der Geschichte werden ihre Lebensläufe immer mehr ineinander verwoben. Alle vier geraten in Krisen, aber der Umgang damit ist unterschiedlich. Ein gut lesbarer Roman mit literarischem Anspruch und offenem Ende.

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Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Kann man ihn heute überhaupt noch lesen? Man kann. Das aufregende Leben und das umfangreiche Werk des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Heinrich Böll beeindrucken auch aus dem Abstand einiger Jahrzehnte. So eng wie Böll war kaum ein deutscher Autor mit der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung verflochten, kaum einer war auch so umstritten und angefeindet wie er. Das lässt sich besonders deutlich zeigen an Inhalt und Wirkung der polemischen Erzählung Die verlorene Ehre der Katharina Blum.

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