Olga Tokarczuk: Empusion (Dr. Gerhard Vogt)
Daniel Kehlmann: Lichtspiel (Renate Alber-Bussas)
Tonio Schachinger: Echtzeitalter (Brigitte Dobler-Coyle)
Anne Rabe: Die Möglichkeit von Glück (Roland Häcker)
Romane des 21. Jahrhunderts
Olga Tokarczuk: Empusion (Dr. Gerhard Vogt)
Daniel Kehlmann: Lichtspiel (Renate Alber-Bussas)
Tonio Schachinger: Echtzeitalter (Brigitte Dobler-Coyle)
Anne Rabe: Die Möglichkeit von Glück (Roland Häcker)
In den sechs Kapiteln des Romans Sechs Koffer geht es um die Frage, wer schuld ist am Tod eines Mannes. Man könnte also vermuten, es handle sich um einen Kriminalroman. Eigentlich ist bei jeder Lektüre fiktiver Texte detektivischer Spürsinn gefragt: Wann und wo spielt die Geschichte? Wer erzählt sie? Welche Personen treten auf? In welcher Beziehung stehen sie? Beim Roman Sechs Koffer stellt sich insbesondere die Frage: Wie deuten die Personen ihre Erlebnisse?
In diesem Roman wird die Geschichte der jungen Lehrerin Trina eng verflochten mit der Geschichte Südtirols. Da die Faschisten die deutsche Sprache bekämpfen, bekommt Trina als Deutschsprachige keine Anstellung. Deshalb unterrichtet sie in einer der „Katakomben-Schulen“, wo in wechselnden Verstecken Kinder heimlich auf Deutsch unterrichtet werden. Wir erleben mit Trina und ihrer Familie die langen und bitteren Jahre des faschistischen Regimes und des Kriegs. Der langersehnte Frieden bringt aber eine neue Gefahr: ein großer Konzern will einen Staudamm bauen und das ganze Tal überfluten.
Marco Balzano, Jahrgang 1978, ist ein Schriftsteller und Literaturdozent aus Mailand, der in Italien verschiedene Literaturpreise erhalten hat. Sein Roman „Ich bleibe hier“ kam auf den zweiten Platz des „Premio Strega“, des wichtigsten italienischen Literaturpreises, und war vor allem in Deutschland sehr erfolgreich.
„Fast alles habe ich genau so erlebt“, sagt die fast 80-jährige Autorin über ihren Roman: „Lehrer, die Mädchen schlechter benoten, weil sie die Haare offen tragen, … und Eltern, die, von den Schrecken des Dritten Reichs und des Kriegs traumatisiert, ihre Töchter vor allem gut verheiratet wissen möchten …“
Im Roman rächt sich 1962 die damals 17-jährige Dora auf ihre eigene Weise an den einengenden Verhältnissen in einer Kleinstadt im Harz diesseits der Zonengrenze. Im Rückblick schämt sich die älter gewordene Ich-Erzählerin für ihr Verhalten und fragt sich: „Waren alle Mädchen so wie ich? Wollten sie alle die Schönste, Beste, Umschwärmteste sein? Stachelte es sie umso heftiger an, je mehr Konkurrentinnen sie hatten? Sind Mädchen heute noch so?“
Zelter ist 1962 in Freiburg geboren. Er studierte nach dem Abitur an der Universität Tübingen Anglistik und Politikwissenschaft. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Tübingen. 1993 promovierte er dort mit einer literaturwissenschaftlichen Arbeit in Anglistik. 1995/96 hatte er einen Lehrauftrag im Fach Germanistik an der Yale University in New Haven (Connecticut); 1996/97 lehrte er neuere englische Literatur an der Universität Tübingen.
Joachim Zelter hat eine Reihe von Romanen, Erzählungen und Essays veröffentlicht. „Seine Werke behandeln oft Themen wie zwischenmenschliche Beziehungen, Identität, Kommunikation und das Alltagsleben“, weiß ChatGPT.
Die Begrüßung des Autors gibt es hier zum Nachlesen.
Der Schriftsteller Rainer Trutz muss aus Nazi-Deutschland in die Sowjetunion auswandern. Er begegnet im Moskau der Vorkriegszeit Professor Waldemar Gejm, der über den Ursprung und die Funktion der Erinnerung forscht. Die parteioffizielle Gedächtnissteuerung durch den sowjetischen Staat wird den beiden Männern zum Verhängnis. Stalins Schergen sind erbarmungslos.
Viele Jahre später begegnen sich ihre Söhne von Trutz und Gejm im wiedervereinigten Deutschland. Sie haben fast dieselben schlimmen Erfahrungen wie ihre Väter gemacht.
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