Nora Bossong: Reichskanzlerplatz

Nora Bossongs Roman ‚Reichskanzlerplatz‘ von 2024 erfasst aus der Perspektive des fiktiven Ich-Erzählers Hans jene 25 Jahre, in denen sich aus der Weimarer Republik das Dritte Reich entwickelte. Aus einer jungen Frau, deren Adoptivvater ein Jude war, wurde Magda Goebbels, die Ehefrau des Propagandaministers Goebbels.
„Auf sie haben ihr Umfeld und die Schicksalsschläge, die sie erlitten hat, eingewirkt. Sie war nicht nur ein Spielstein, sondern sie hat auch aktiv Spielsteine geschoben“, sagte die Autorin am 26. Oktober 2025 in Göttingen bei der Verleihung des Edith-Stein-Preises. Dabei erklärte sie auch, dass sie sich beim Schreiben in die jeweilige Figur einfühle: „Das war bei Hans einfacher als bei Magda Goebbels.“

Colm Tóibín: Brooklyn

Die junge Eilis, die in einer irischen Kleinstadt aufgewachsen ist, wandert auf Betreiben ihrer Schwester Rose nach Amerika aus, da sie im Irland der 1950er Jahre keine Arbeit findet. Der kulturelle Schock ist groß. In Brooklyn ist das Leben ganz anders als in der irischen Provinz. Eilis ist einsam und hat Heimweh. Doch allmählich beginnt sie in der neuen Umgebung Fuß zu fassen und findet auch einen Freund, den sie zu heiraten gedenkt. Als der Tod ihrer Schwester sie zur Rückkehr in die alte Heimat zwingt, gerät ihr Leben ins Wanken. Wer ist sie? Wo gehört sie hin? Die Geschichte von Eilis rührt an ein altes irisches Trauma: die massenhafte Auswanderung.